Begriffe um die Haut von A – Z
s.a.: P. Altmeyer, Enzyklopädie Dermatologie Allergologie
A
A-Scan
{*}Hochauflösende Sonographie;Sonographie, 20-MHz-Sonographie{*}
aa
Ana partes aequales (zu gleichen Teilen){/Syn}{Def}Hinweis auf ärztlichen Rezepturen, dass alle für eine Arzneimischung angegebenen
ABCD-Regel
{Def}Regel zur Beurteilung der Dignität pigmentierter Hautveränderungen bzw. {*}Naevuszellnaevi;Naevuszellnaevus{/*} nach den folgenden Kriterien:
A = Asymmetry (ungleiche Hälften auf beiden Seiten einer gedachten Mittellinie){/A}
B = Border irregularity (unregelmäßige Begrenzung){/A}
C = Colour variation (Farbveränderung), v.a. Auftreten von Schwarz-, Grau-, Rottönen, Abblassung einzelner Anteile. Wichtigstes Kriterium!
D = Diameter (Durchmesser): mehr als 5 Millimeter oder Größenwachstum.
{/AWenn alle vier Kriterien erfüllt sind, ist eine pigmentierte Hautveränderung hochgradig verdächtig auf ein malignes Melanom.
Abszess
Mit Gewebseinschmelzung einhergehende granulozytäre (eitrige) Entzündung, meist durch Staphylokokken mit lokalisierter, abgekapselter Eiteransammlung, die von der Umgebung durch die sog. pyogene Membran abgetrennt ist.
Abszedierende Entzündungen der Haut sind z. B.:
- Furunkel
- Karbunkel
- Abszesse im Anschluss an Verletzungen{/A}
Acanthosis nigricans
{Def}Klinisch-beschreibender Begriff für grau-braune, papillomatös-hyperkeratotische flächenhafte, meist symptomlose Wucherungen typischerweise in den Intertrigines. Vorkommen idiopathisch oder als seltenes Symptom verschiedener Grunderkrankungen. Mehrere benigne Formen, die Acanthosis nigricans benigna, Acanthosis nigricans benigna bei erblichen Syndromen werden von einer sehr viel selteneren malignen Form, der Acanthosis nigricans maligna, unterschieden.
Acrodermatitis enteropathica
{Def}Seltene, autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, bei der es aufgrund einer ungenügenden Resorption des in der normalen Nahrung enthaltenen Zinks zu {*}ekzematösen;Ekzem{/*} Hautveränderungen an den Akren und zu Diarrhoe kommt. Ähnliche Erscheinungen treten bei erworbenen Zinkmangel-Dermatosen auf.
Aderlass
{Def}Klassisches blutentziehendes Verfahren. Rheologische Maßnahme zur isovolämischen Dilution. Schulmedizinisch indiziert bei
· Porphyria cutanea tarda (PCT)
· Polycythämia vera.
Naturheilkundlich ebenfalls bei überernährtem Patienten, Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Gicht, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Erkrankungen mit einem Hkt > 40 Vol % und einem Hb von > 14,5 mg %. Auch bei Herz-Kreislauferkrankungen, Atembeschwerden, Luftnot, Schwindel, Schweißausbrüchen und Durchblutungsstörungen des Gehirns. Venöse Stase entsprechend der venösen Insuffizienz.
Agranulozytose
Starke Verminderung bis Fehlen der Granulozyten unterschiedlicher Genese.
Akantholyse
{Def}Auflösung des epithelialen Zellverbandes mit Einzelzellbildung und intraepidermaler Spalt- und Blasenbildung aufgrund einer immunologischen Alteration der {*}Desmosomen{/*}, z.B. bei
· Pemphigus vulgaris
· Dyskeratosis follicularis
· Pemphigus chronicus benignus familiaris
· Hailey-Hailey
· transitorische akantholoytische Dermatose (Grover)
Akanthose
Verdickung des {*}Stratum spinosum{/*} in der Regel mit Vermehrung der Zelllagen, Verlängerung der Reteleisten, ggf. auch Vergrößerung der einzelnen Keratinozyten.
Akne
Oberbegriff für papulopustulöse Erkrankungen in talgdrüsenfollikelreichen Regionen mit z.T. unterschiedlicher Ätiologie und Klinik. Je nach klinischem Bild und Ausprägung unterscheidet man z.B.:
· Akne vulgaris
· Akne conglobata
· Akne fulminans
Je nach Ätiopathogenese differenziert man
· Berufsakne
· Ölakne
· Teer-Akne
· Chlorakne
· Akne venenata
· Mallorca-Akne
· Akne medikamentosa
· Röntgen-Akne
· Akne excoriée des jeunes filles}
Allergene
Substanzen, die eine allergische Hauterkrankung auslösen können
Allergie
Gruppe von Immunreaktionen auf ein Allergen.
Allergisierung
Aufbau einer allergischen Reaktion
Allergologie
Medizinische Lehre von den Allergie-Erkrankungen
Anamnese
Krankheitsgeschichte. Erfragt werden Angaben über familiäre Häufung, über Medikamente, berufliche Belastung, Entstehung und Häufigkeit einer Erkrankung.
Antikörper
Immunstoff des menschlichen Organismus, gebildet zur Abwehr eines Allergens.
Ausschleichen
Behutsames Beenden einer Therapie, z. B. mit Kortisonpräparaten.
B
Botenstoffe
Eiweiße, die von bestimmten Immunzellen gebildet werden, z. B. Prostaglandine, Interleukine, und zur Signalübertragung genutzt werden.
D
Dermatologie
Die Lehre von den Hauterkrankungen. Hierzu gehören Erkrankungen der Haut, der Hautanhangsgebilde, der hautnahen Schleimhäute (Mundschleimhaut, Schleimhaut der Geschlechtsorgane und des Afters) sowie Erkrankungen der Hautgefäße (oberflächliche Venen und Arterien).
Diagnose
Bezeichnung einer Erkrankung
Diät
Ernähungsrichtlinie. Suchdiäten helfen bei bestimmten Nahrungsmittelallergien das Allergen herauszufinden.
E
Ekzem
Sammelbegriff für bestimmte Erkrankungen der Oberhaut
Epidermis
Oberste Hautschicht.
Exanthem
Sammelbegriff für Hautausschlag.
H
Histamin
Einer der wichtigsten Entzündungs- und Juckreiz-vermittelnden Stoffe. Histamin wird in den Mastzellen gespeichert.
Hyposensibilisierung
Durch Gabe geringer Dosen des in Frage kommenden Allergens wird der Körper und sein Immunsystem an das Allergen „gewöhnt“.
I
Immunologie
Lehre von den Abwehrmechanismen im Körper.
Immunsystem
Abwehrsystem des Körpers, bestehend aus Immunorganen und Immunzellen.
Infektion
Durch Erreger (Bakterien, Viren oder Pilze) ausgelöste Erkrankung.
Intravenös
Verabreichung im Allgemeinen eines Medikaments in die Vene.
K
Köbner-Effekt
Durch Reizung eines vorher nicht befallenen Hautareals entsteht eine Hauterkrankung an dieser Stelle.
Kontaktekzem
Hautentzündung, die an der Stelle des Kontaktes mit dem Allergen und dem toxischen Produkt entsteht.
Kortikosteroide
Dem körpereigenen Hormon Kortison ähnliches Produkt
Kortison
Körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird.
L
Lymphozyten
Zu den weißen Blutkörperchen gehörende Abwehrzellen
M
Mastzellen
Speicherzellen für Entzündungsstoffe. Sie speichern vor allem Histamin.
N
Neurodermitis
Häufige anlagebedingte Ekzemform. Sie ist vielfach mit Allergien anderer Art (Heuschnupfen, Asthma) gekoppelt.
P
Parasiten
Pflanzen oder Tiere, die sich auf Kosten anderer Lebewesen ernähren (Milben, Läuse).
Prophylaxe
Vorbeugende Maßnahme zur Veränderung einer Erkrankung
Provokationstest
In der Allergologie genutzte Methode, um ein Allergen zu bestimmen. Der Verdachtsstoff wird in die Haut, die Atmungsorgane oder auf die Schleimhäute aufgebracht.
Pruritus
Lateinisch für Juckreiz.
Pseudoallergie
Klinisch von einer echten Allergie zunächst nicht zu unterscheidende Reaktion an Haut und Schleimhäuten.
Q
Quaddeln
Ansammlung leicht erhabener kurzfristiger Hauterscheinungen.
R
Rezeptoren
Andockstelle für biologisch aktive Stoffe.
S
Scabies
Im Volksmund: Krätze. Durch die Scabies-Milbe hervorgerufene Hauterscheinung.
Seborrhoisches Ekzem
Spezielle Form der Hautentzündung mit Ekzemherden im Bereich der sogenannten seborrhoischen Zonen (um die Nase, Augenbrauen, Stirn, vordere und hintere Schweißränder)
Sedierung
Erzeugung von Müdigkeit als Medikamentennebenwirkung.
Symptom
Krankheitsmerkmal, wie z. B. Juckreiz und Schmerz.
T
Therapie
Behandlungsverfahren bei Erkrankungen
U
UV
Ultraviolettes Licht. Es wird zur Behandlung vieler Hauterkrankungen genutzt.

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