 Was ist ein Genitalekzem?
Die Ursachen für ein Ekzem im Genitalbereich sind unterschiedlich. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich jedoch um Hautveränderungen im Rahmen eines anlagebedingten Leidens, das im Laufe des Lebens auftreten kann und für das häufig kein Auslöser zu finden ist. Oft kann sich auch eine Schuppenflechte an gleicher Stelle mit kaum zu unterscheidenden Hautveränderungen zeigen. Durch die hormonelle Umstellung nach den Wechseljahren kann es bei Frauen zu lästigem Juckreiz im Genitalbereich kommen, der sich mit oder ohne Schleimhautveränderungen äußert. Eine weitere mögliche Ursache könnten irritative Mechanismen sein, z.B. bei Harninkontinenz oder einer übertriebenen Hygiene. Pilz- und Wurminfektionen können ebenfalls Ekzeme oder ekzemähnliche Beschwerden im Genitalbereich hervorrufen.
Wie sieht das Genitalekzem aus und wie wird die Diagnose gestellt?
Es entstehen gerötete, manchmal nässende Haut- und Schleimhautveränderungen im Genitalbereich. Oft besteht ein ausgeprägter, quälender Juckreiz sowie Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen.
Die Beschwerden sind nicht selten chronisch, führen zu einer Verminderung der Lebensqualität und belasten den Betroffenen körperlich und seelisch.
Zur Abklärung der Ursache des Genitalekzems ist die genaue Anamnese besonders wichtig. Bestehende Allergien oder eine Schuppenflechte, die Erkrankungsdauer und ein möglicher anderer Auslöser (wie z.B. neue Pflegeprodukte) können wichtige Hinweise geben. Bei einem entsprechenden Verdacht können Allergietests oder eine Abstrichuntersuchung zum Ausschluss von Infektionen durch Pilze oder Bakterien durchgeführt werden.
Wie wird das Genitalekzem behandelt?
Durch allgemeine Maßnahmen kann häufig eine Besserung erzielt werden:
In einigen Fällen können Ekzeme im Genitalbereich durch Allergien gegenüber verschiedenen Substanzen verursacht sein. Hierzu zählen Mittel zur Empfängnisverhütung ( Kondome, Portiokappen, chemische Mittel), Medikamente (Ovula gegen Ausfluss und Infektionen der Scheide), Monatsbinden, Tampons, Produkte der Intimpflege: Seifen, Intimwaschlotionen, aber auch Körperreinigungsprodukte (Seifen, Duschgels, Shampoos), Körperpflegeprodukte (Bodylotion, Cremes) mit denen der Intimbereich nur indirekt in Kontakt kommt. Auch an Produkte des Partners ist unter Umständen zu denken. Mitunter können die entsprechenden Substanzen nicht in einem Allergietest getestet werden, so dass erst ein Weglassen über einige Tage bis Wochen Sicherheit gibt.
Auch wenn keine Allergie im eigentlichen Sinne vorliegt, können o. g. Substanzen auf der Haut reizend wirken, so dass darauf weitgehend verzichtet werden sollte.
Seifen und Waschlotionen sollten im Genitalbereich nicht verwendet werden. Reinigung sollte mit klarem Wasser oder mit Zusatz von Badeölen erfolgen.
Zur Pflege und Behandlung nur Cremes nach Rücksprache mit Ihrem Hautarzt. Hier empfehlen sich zusatzfreie Grundlagen aus der Apotheke. Meiden Sie eng anliegende, scheuernde Kleidung und Unterwäsche. Wärme- und feuchtigkeitsstauende Synthetikunterbekleidung ist weniger verträglich als solche aus Baumwolle.
In einigen Fällen kann Juckreiz im Genitalbereich auch psychosomatisch bedingt sein (Ausschlussdiagnose). In diesen Fällen führt die Konsultation eines Psychotherapeuten zum Erfolg oder kann zumindest für die Verarbeitung des Leidens und der damit bedingten seelischen Komplikationen hilfreich sein.
Was ist nach der Behandlung des Genitalekzems wichtig?
Eine eigentliche Heilung ist nicht immer zu erreichen, jedoch kann durch die Einhaltung der obengenannten Maßnahmen eine deutliche Linderung der Beschwerden erreicht werden. 
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