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Ekzem dyshidrotisch

Was ist das dyshidrotische Ekzem?

 

 

Das dyshidrotische Ekzem ist eine nicht seltene Ekzemform. Als Ursache des dyshidrotischen Ekzems kommt eine Vielzahl von Faktoren in Betracht. Häufig tritt das dyshidrotische Handekzem allein oder zusammen mit anderen Hauterscheinungen im Rahmen einer anlagemäßigen Erkrankung wie der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) auf. Auch im Rahmen einer Pilzinfektion der Haut (Tinea) oder einer Schuppenflechte (Psoriasis) kann ein dyshidrotisches Ekzem auftreten. Außerdem können direkt auf die Haut einwirkende äußere Faktoren ein dyshidrotisches Ekzem hervorrufen. Insbesondere tagtägliche Einflüsse wie z.B. Feuchttätigkeiten, häufiges Händewaschen, Putzen, Kontakt zu auslaugenden Putzmitteln, die die Haut im Bereich der Hände abnutzen, begünstigen dort die Ekzementstehung. Seltener findet sich als Ursache des dyshidrotischen Ekzems eine echte Kontaktallergie. Sind allein die Füße betroffen, muss auch an eine Sensibilisierung gegenüber Schuhinhaltsstoffe gedacht werden.

 

 

 

Wie sieht das dyshidrotische Ekzem aus?

 

 

Typischerweise treten an den Fingerseitenkanten, an den Handflächen und den Fußsohlen wasserklare Bläschen von 1-3 mm Durchmesser auf. Im Rahmen längerer Verläufe trocknet die Haut aus und es kommt zur Schuppung und Furchenbildung.

 

 

 

Wie wird die Diagnose dyshidrotisches Ekzem gestellt?

 

 

Den Verdacht auf  Vorliegen eines dyshidrotischen Ekzems kann ein erfahrener Hautarzt häufig schon durch das Erscheinungsbild und den Verlauf über einen längeren Zeitraum stellen. Für die Diagnosefindung ist es wichtig zu wissen, wo das Ekzem zuerst auftrat (Hände oder Füße) und ob ein Zusammenhang zu einer bestimmten Tätigkeit, insbesondere dem Beruf, bestehen könnte. Dabei ist zu klären, ob es während der arbeitsfreien Zeit (Wochenende, Urlaub) zu einer Besserung oder gar völligen Abheilung der Hauterscheinungen kommt oder die Hauterscheinungen unabhängig von äußeren Einflüssen auftreten. Es ist einzugrenzen, welche beruflichen oder außerberuflichen Kontaktstoffe als Auslöser in Betracht gezogen werden müssen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein direkter Kontakt des Stoffes mit dem betroffenen Hautareal bestehen muss. Reaktionen können auch 24-48h verzögert auftreten, so dass ein Zusammenhang auf den ersten Blick nicht immer klar erscheint.

 

Zur Sicherung der Diagnose und zum Ausschluss einer Kontaktallergie oder einer Veranlagung zu Allergien (atopische Diathese) sind Allergietestungen unerlässlich. Außerdem sollte mittels einer mykologischen Untersuchung eine Pilzinfektion ausgeschlossen werden

 

 

 

Wie wird das dyshidrotische Ekzem behandelt?

 

 

Die Behandlung des dyshidrotischen Ekzems ist abhängig von der zugrunde liegenden Ursache.

 

Ist die Ursache des dyshidrotischen Ekzems ein allergisches Kontaktekzem, steht die lebenslange Meidung des Allergens, der auslösenden Substanz, im Vordergrund (Kontakt vermeiden, falls möglich Substanz durch eine andere ersetzen, konsequentes Tragen von Schutzhandschuhen beim Kontakt).

 

Liegt eine Pilzinfektion der Haut (Tinea) vor, ist eine antimykotische Therapie einzuleiten.

 

Ist eine Abnutzungserkrankung der Haut Ursache des dyshidrotischen Ekzems, stehen Hautschutz- und Hautpflegemaßnahmen im Vordergrund der Therapie. Hautschädigende Einflüsse sollten weitgehend gemieden werden. Es sollte zur Gewohnheit werden, dass bei entsprechenden Tätigkeiten Schutzhandschuhe (darunter Baumwollhandschuhe) getragen werden. Zur Hautpflege sollten gut verträgliche Cremes verwendet werden. Dabei ist zu beachten, dass es unter Umständen Wochen oder Monate dauern kann, bis die Haut ihre alte Belastbarkeit wieder zurückgewonnen hat. Bei beruflich relevanten Krankheitsbildern sollte eine genügend lange Arbeitsunfähigkeit (AU) bescheinigt werden.

 

Nach Abheilung der akuten Hautveränderungen folgt eine lange Regenerationsphase mit blander rückfettender Therapie.

 

Sollte dem dyshidrotischen Ekzem eine Veranlagung (z.B. eine atopische Diathese) zugrunde liegen, so ist mit dem heutigen Stand der Medizin lediglich eine Therapie der Symptome möglich, nicht aber eine Ausschaltung der Krankheitsursache. Bei einem anlagebedingten dyshidrotischen Ekzem ist der Verlauf individuell sehr verschieden. Es kann ebenso zu einem schubweisen oder chronischen Auftreten wie auch zu einer Abheilung der Hautveränderungen aus „heiterem Himmel“ kommen. Eine Einflussnahme auf den Verlauf ist dabei leider nicht möglich. Ziel der Behandlung kann es nur sein, mit möglichst nebenwirkungsarmer Therapie den bestmöglichen Hautzustand zu erreichen, der medizinisch, kosmetisch, sozial und beruflich tolerabel ist. Dabei wird eine zeitweise lokale Anwendung kortisonhaltiger Cremes nicht immer vermeidbar sein. Daneben stehen jedoch eine Reihe anderer Therapiemöglichkeiten mit lokalen und in schweren Fällen auch internen Medikamenten zur Verfügung: PUVA-Bad-/-Cremetherapie, Leitungswasser-Iontopherese (hat sich insbesondere bei hoher Schwitzneigung bewährt) und antibiotische/ antiseptische Wirkstoffe bei bakterieller Besiedlung des Ekzems. Welche der genannten Therapiemöglichkeiten für den konkreten Fall infrage kommt, muss individuell entschieden werden.

 

Da die Haut bei entsprechender Veranlagung generell anfälliger gegenüber schädigenden äußeren Einflüssen ist, sollte begleitend auf einen ausreichenden Hautschutz und eine sorgfältige Hautpflege geachtet werden.

 

Bei Handekzemen, zu denen auch anlagemäßige Ekzeme zählen, die durch berufliche Tätigkeit verschlimmert werden, sollte die entsprechend zuständige Berufsgenossenschaft informiert werden (Hautarztbericht). Um einen Verbleib des Betroffenen im bisherigen Beruf zu erreichen, ist diese verpflichtet, Kosten für Maßnahmen zum Hautschutz und zur Hautpflege zur übernehmen, die über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen. Diese Leistungen müssen jedoch erst für den konkreten Fall von einem Hautarzt beantragt werden.

 

 

 

Was ist nach der Behandlung des dyshidrotischen Ekzems zu beachten?

 

 

Entsprechend der unterschiedlichen Ursachen ist der Verlauf und die Prognose des dyshidrotischen Ekzems nicht generell zu beurteilen. Formen, die durch äußere Einflüsse (Kontaktallergie, Abnutzungserkrankung der Haut) verursacht sind, haben bei konsequenter Meidung des Kontaktstoffs und Durchführung von Hautschutz- und Pflegemaßnahmen eine gute Aussicht auf Abheilung. Die Verläufe des anlagebedingten dyshidrotischen Ekzems sind wie oben beschrieben variabel und eine Prognose zum Verlauf ist nur schwer zu stellen.