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Was ist ein Ekzem, Lidekzem ?

 

 

Sie leiden an einem Lid-(Gesichts-)ekzem. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. In den meisten Fällen liegen Kontaktallergien zugrunde, jedoch führen auch häufig nichtallergische, anlagemäßige Hauterkrankungen zu Hautveränderungen im Lid- und Gesichtsbereich, die nicht durch Kontaktstoffe verursacht sind. Als Auslöser von allergischen Lidekzemen kommen viele Substanzen des täglichen Lebens in Betracht. Um diese herauszufinden, bedarf es einer ausgesprochenen Detektivarbeit. Da Ihr Hautarzt Ihre Lebensgewohnheiten und Kontaktstoffe nicht kennt, kann nur Ihre Mitarbeit zum Ziel führen.

 

 

 

Wie sieht ein Ekzem/Lidekzem aus und wie wird die Diagnose gestellt?

 

 

Klinisch zeigt das Lidekzem folgende Symptome: Rötung, Schuppung, Vergröberung des Hautreliefs, Lidschwellung und Juckreiz.

 

Ursächlich kommen ein kontaktallergisches oder atopisches Ekzem (Neurodermitis) infrage.

 

Die folgenden Tipps und Hinweise sollen helfen, mögliche Ursachen Ihrer Hauterkrankung aufzudecken oder durch allgemeine Maßnahmen eine Besserung herbeizuführen:

 

*  Die Lid- und Gesichtshaut ist die dünnste Haut am Körper. Bei schwachen Allergien können Substanzen lediglich an diesen Hautstellen Ekzeme hervorrufen, obwohl andere Hautareale vermehrten Kontakt haben. Durch unwillkürliches Augenreiben werden alle Substanzen, mit denen die Hand in Berührung kommt, immer auch in die Lidregion gebracht, das heißt, dass alle Stoffe des täglichen Lebens auch als Auslöser infrage kommen. Liegt eine Kontaktallergie vor, so muss das Ekzem nach einigen Tagen bis wenige Wochen zur Abheilung kommen, wenn die Substanz gemieden wird.

 

* Am häufigsten sind Kosmetika, Körperpflege- und Körperreinigungsmittel Auslöser von Lidekzemen. Hierzu gehören auch nicht direkt ins Gesicht gebrachte Produkte wie Bodylotions, Duschgels, Seifen oder Handcremes. Auch wenn diese Produkte im Hauttest keine allergische Reaktion zeigten, können sie dennoch bei schwacher Allergie Lidekzeme auslösen. Viele Substanzen (Seifen etc.) sind darüber hinaus nicht testbar. Um einen Einfluss der von Ihnen verwendeten Produkte gänzlich auszuschließen, ist ein völliges und striktes Weglassen über einige Wochen anzuraten. Bitte beachten Sie, dass allergische Reaktionen erst nach Ablauf von Tagen auftreten, weshalb der Zusammenhang nicht immer sofort deutlich wird.

 

* Auch Produkte, an die häufig nicht gedacht wird, können Auslöser sein: Haarpflegeprodukte, Deodorants, Parfum, Rasiercreme, Sonnenschutzmittel, Bräunungscreme, Akne oder Pilzmittel, Waschmittel, auch Produkte des täglichen Lebens wie Schuhcreme, Möbelpolitur, Teppichreiniger oder Stoffe am Arbeitsplatz.

 

* In seltenen Fällen können auch Kosmetika und Pflegeprodukte des Partners Auslöser sein.

 

* Inhaltsstoffe von Nagellack rufen häufig nur Lid-und Gesichtsekzeme hervor. Auch Nickel kann in metallischen Nagellacken enthalten sein.

 

* Allergisierende Substanzen in der Wohnung können bei dem entsprechenden Allergiker Lidekzeme hervorrufen: Hausstaubmilben, Tierepithelien , Pflanzen (häufig Primeln) oder Chemikalien. Um dieses weitgehend auszuschließen, empfiehlt sich probeweise für einige Zeit ein Wohnungswechsel (Verwandte/Bekannte). Auch ein Urlaub ist hierfür geeignet (unter gleichen klimatischen Bedingungen).

 

* Heilt das Ekzem im Urlaub zu Hause ab, könnte ein Stoff am Arbeitsplatz der Auslöser sein.

 

* Kontaktlinsen können unspezifische nichtallergische Unverträglichkeitsreaktionen an den Augen auslösen. Allergische Reaktionen können von Kontaktlinsenflüssigkeiten oder Reinigungsmitteln ausgehen. Auch Brillen können - selten - Lidekzeme hervorrufen.

 

* Lidekzeme können auch jahreszeitlich bei Pollenallergikern auftreten. Auch anlagemäßige Ekzeme treten gehäuft saisonal (Winter) auf, gleiches gilt bei Allergie gegen Hausstaubmilben.

 

 

 

Wie wird das Ekzem/Lidekzem behandelt ?

 

 

* Bei Ausschluss eines spezifischen Auslösers, das heißt, wenn ein anlagemäßiges Leiden angenommen werden muss (Neurodermitis oder seborrhoisches Ekzem), ist eine Heilung im eigentlichen Sinne nicht möglich. Mit einem wiederkehrenden, im schlimmsten Falle ständigen Problem ist zu rechnen, was eine mehr oder weniger intensive Therapie erfordert. Im Augenbereich sind die therapeutischen Möglichkeiten eingeschränkt. Die Therapie mit kortisonhaltigen Präparaten wird nicht immer zu umgehen sein.

* Therapeutisch wird in der Akutphase die kurzzeitige Anwendung einer leicht kortisonhaltigen Creme nötig sein. Typisch ist die Intervalltherapie mit hydrocortisonhaltigen Externa oder auch die Anwendung neuer Produkte wie das Elidel/Protopic. Anschließend sollten pflegende Externa mit z.B. Dexpathenol-haltigen Salben bzw. Augenvaseline benutzt werden.

 

 

 

Was ist nach der Behandlung des Ekzems/Lidekzems wichtig ?

 

 

* Da auch nichtallergische Einflüsse anlagemäßige Ekzeme hervorrufen bzw. verschlimmern können, sollten folgende Richtlinien befolgt werden:

* Möglichst nicht allergisierende Salben und Cremes verwenden. Hier bieten sich unkonservierte, duftstofffreie Grundlagen aus der Apotheke an. Ihr Hautarzt wird sie Ihnen Ihrem Hauttyp entsprechend empfehlen. Ob ein Produkt Allergien auslösen kann, ist keine Frage des Preises. Auch sogenannte Naturkosmetik enthält potente Allergene.

* Bei Lidekzemen Salben auf die Lider auftragen, 20minütige Ruhepause, danach feuchte Umschläge mit Schwarztee oder kühlem Leitungswasser. Reinigung der Augenlider mit reinem Olivenöl. Gesichtsreinigung mit reinem Wasser. Körper- und Handreinigung mit Kernseife.

* Bei unvermeidlichem Kontakt mit Reinigern, Lösungsmitteln, Polituren, Zitrusfrüchten, Tomaten etc. peinliche Handreinigung.

* Häufig sind Lidekzeme jedoch das Ergebnis einer nachlassenden Sehschärfe bzw. nicht mehr adäquat angepasster Sehhilfen, so dass infolge einer Überreizung ständiges Augentränen zu Irritationen der Augenregion führen kann. Der Gang zum Augenarzt ist dann unvermeidlich.

 

 

 

Übersicht über mögliche Auslöser von Lidekzemen

 

 

* Reinigungsmittel: Seife, Waschlotionen, Gesichtsmilch, Badezusätze

 

* Kosmetika: Make-up, Schminke und deren Entfernungsmittel, Gesichtsmasken, Gesichtscremes, Rasierschaum oder- wasser, Parfums, Sonnenschutzmittel, künstliche Bräunungsmittel, Erfrischungstücher

 

* Haarpflege: Shampoo, Trockenshampoo, Spray, Festiger, Haarwasser, Tönungs- oder Färbemittel, Cremespülungen, Frisiercreme, Dauerwellenwasser, Kaltwelle, Perücke, Pflegemittel der Perücke (Lidekzem kombiniert mit Gesichts- und Kopfekzem; Achtung: Kopfekzem wird häufig übersehen)

 

* Wimpernkosmetika: Lid- und Wimperntusche, Lidschatten, Augenbraunstift

 

* Nagelkosmetik: Nagellacke (Nickel in metallischer Nagellack), künstliche Fingernägel, Nagellackentferner

 

* Körperpflegemittel: Körperlotionen, Handcremes, Körperspray, Körperpuder

 

* Therapeutika, Ophthalmika: Antiseptika (Polyvidon), nichtsteroidiale Antiphlogistika (Diclophenac), Anästhetika, Glukokortikoide, Antibiotika (Gentamycin, Chloramphenicol), Mydriatica, Konservierungsstoffe (Benzalkoniumchlorid, Thiomersal), Herpestherapeutika

 

* Kontaktlinsen: allgemeine Unverträglichkeit mit erhöhtem Tränenfluss und konsekutiver Lidirritation (meist streifenförmig im Bereich der lateralen Augenwinkel), Kontaktallergene in Reinigungs- und Aufbewahrungsflüssigkeiten

 

* Waschmittel: u.a. Duftstoffe (Perubalsam)

 

* Berufsallergene, Hobby: Anamnese

 

* Haushalt: Metall-, Boden-, Auto-, Möbelpolitur, Bohnerwachs, Schuhcreme, Fleckentferner

 

* Indoor-Allergene: Pflanzen (Primeln), Raumspray, Teppichreiniger; Hausstaubmilben, Tierepithelien (Typ-I-Sensibilisierungen)