Kontaktekzem
Was ist das kontaktallergische Ekzem?
Zum Formenkreis der Allergien gehört das allergische Kontaktekzem vom verzögerten Typ.
Eine Neigung zu Allergien ist angeboren, die Allergie selbst wird irgendwann im Laufe des Lebens durch äußerlich einwirkende Kontaktstoffe ausgelöst. Es ist dabei nicht von Bedeutung, wie lange zuvor die auslösende Substanz vertragen wurde. Bei Bestehen einer Kontaktallergie ist die Wahrscheinlichkeit, das weitere hinzukommen, erhöht.
Allergene, die zum kontaktallergischen Ekzem führen, kommen in der Umwelt zahlreich vor.
Es sind auch keinesfalls immer Produkte der modernen Chemie, die Allergien auslösen. Naturstoffe wie Pflanzen und Pflanzenextrakte (Primel, Arnika, Kamille, Schafgarbe, Kampfer, Menthol, Duftstoffe) oder Propolis - Kittharz der Bienen -, die als sogenannte Haus- und Naturheilmittel Anwendung finden, werden als Auslöser ermittelt. Das sollte man bei der Anwendung von Haus- und Naturheilmitteln bedenken.
Je nach Altersgruppe der Betroffenen wird die Hitliste der Allergene durch Metalle wie Nickel (Modeschmuck, Hosenknopf, Kleidungsverschlüsse etc.) oder Inhaltsstoffe von Kosmetik- und Pflegeprodukten angeführt. Vor allem Nickel, aber auch Kosmetika bzw. Parfümstoffe werden in zunehmendem Maße als Auslöser registriert.
Kosmetikprodukten sind aus Gründen der guten Anwendbarkeit sowie wegen des Geruchs und der Haltbarkeit eine Vielzahl von Substanzen beigefügt (Grundlagen/Trägerstoffe, Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Emulgatoren). Diese Zusatzstoffe sind oft gar nicht oder unter verschiedenen Bezeichnungen deklariert. Preis und Ort des Kaufes (Supermarkt, Drogerie, Reformhaus usw.) spielen dabei in der Regel keine Rolle. Bei bekannten Allergien gegen Kosmetikinhaltsstoffe sollten nur Produkte mit genauen Angaben verwendet werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Außerdem kann der Hautarzt oder Apotheker bei der Auswahl helfen.
Grundsätzlich können alle Einzelsubstanzen des täglichen Lebens Kontaktekzeme auslösen.
Wie sieht das kontaktallergische Ekzem aus?
Etwa 24-72h nach Allergenkontakt tritt das Ekzem auf. Im Bereich der Kontaktstelle kommt es zur Rötung, Schwellung, es bilden sich Knötchen, Bläschen und Schuppung begleitet von Juckreiz.
Bei einem länger bestehenden kontaktallergischen Ekzem sind Schuppung und eine Vergröberung des Hautreliefs zu beobachten. Hautveränderungen auch an kontaktfernen Körperstellen, sogenannte Streureaktionen, sind eher selten.
Das sog. toxische Kontaktekzem entwickelt sich durch stark reizende Chemikalien, z.B. Säuren, Laugen oder andere Lösemittel. Hautveränderungen zeigen sich in diesen Fällen innerhalb weniger Minuten.
Als Folge einer langfristigen, stetigen Einwirkung bestimmter Substanzen auf die Haut entwickelt sich das irritative Kontaktekzem. Durch oft jahrelange Belastung der Haut wird die Schutzbarriere geschädigt. Die geschädigte Haut ist dann besonders anfällig für Allergene.
Wie wird die Diagnose "kontaktallergisches Ekzem" gestellt?
Für die Diagnose des allergischen Kontaktekzems ist es wichtig, eine genaue Anamnese zu erheben. Die Frage nach möglichen Kontaktstoffen, berufliche Tätigkeit, aber auch Vorliegen einer Veranlagung zu Allergien beim Betroffenen und dessen Familienangehörigen sind Voraussetzung.
Nach Abheilung der Hautveränderungen wird der Arzt eine Epikutantestung (Läppchentest) der infrage kommenden Allergene durchführen. Dazu werden Testkammern mit dem zu testenden Stoff für 24-72h auf die Haut (meist auf den Rücken) geklebt. Nach 48h werden die Testpflaster entfernt, die Beurteilung der Reaktion erfolgt nach 48-72h.
Wie wird das kontaktallergische Ekzem behandelt?
Nach Ermittlung des auslösenden Allergens kommt therapeutisch beim kontaktallergischen Ekzem in erster Linie das Meiden des Allergens (Allergenkarenz) in Betracht. Eine Heilung von Allergien im Sinne einer Auslöschung ist derzeit nicht zu erreichen. Sollte eine Meidung des Allergens nicht möglich sein oder erhebliche soziale bzw. berufliche Konsequenzen haben (Berufsaufgabe), muss versucht werden, den direkten Hautkontakt mit dem Allergen durch geeignete Maßnahmen (z.B. Schutzhandschuhe) zu verhindern.
Unter Allergenkarenz heilen die Hautveränderungen innerhalb von Tagen bis Wochen ab. Eine Therapie ist daher meist nur über einen begrenzten Zeitraum nötig.
In Abhängigkeit der Bestehensdauer und der Schwere des kontaktallergischen Ekzems stehen dabei folgende therapeutische Maßnahmen zur Verfügung:
-Äußerlich kurzfristige Anwendung von kortisonhaltiger Creme
-Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes
-Antiseptische Umschläge bei bakteriell besiedelten Hautveränderungen, ggf. in Kombination mit einer internen Antibiotikagabe
Welche der genannten Therapiemöglichkeiten für den konkreten Fall infrage kommt, muss der behandelnde Arzt individuell entscheiden.
Bei einem kontaktallergischen Ekzem, das durch berufliche Tätigkeit verschlimmert wird, sollte die entsprechende zuständige Berufsgenossenschaft informiert werden (Hautarztbericht). Um einen Verbleib des Betroffenen im bisherigen Beruf zu erreichen, ist diese verpflichtet, Kosten für Maßnahmen zum Hautschutz und zur Hautpflege zu übernehmen, die über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen. Diese Leistungen müssen jedoch erst für den konkreten Fall von einem Hautarzt beantragt werden.
Was ist nach der Behandlung des kontaktallergischen Ekzems zu beachten?
Unter strikter Meidung des Allergens kommt es innerhalb weniger Tage bis Wochen zur Abheilung der Hautveränderungen. Eine nachgewiesene Kontaktallergie sollte in einem Allergiepass dokumentiert werden.
Neben dem Schutz der Haut ist eine gute allgemeine Hautpflege zu empfehlen. Schwere gesundheitliche Schäden durch kontaktallergische Ekzeme sind nicht zu befürchten. Durch Stress wird häufig vorhandener Juckreiz gesteigert. Entspannung ist angesagt.

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