 |
 Was ist Juckreiz?
Juckreiz ist ein begleitendes Merkmal zahlreicher Hautkrankheiten. Häufig ist er das quälendste Symptom einer Hauterkrankung überhaupt. Aber auch die scheinbar gesunde Haut kann jucken, z.B. bei inneren Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Lebererkrankungen und Nierenerkrankungen.
Wie Juckreiz nun tatsächlich entsteht, ist bis zum Letzten noch ungeklärt. Das Sinnesorgan Haut besitzt Wahrnehmungsstellen, sogenannte Rezeptoren für unterschiedliche Empfindungen wie Schmerz, Kälte, Wärme oder Druck.
Im Gegensatz zu den Rezeptoren für diese Einflüsse kennen wir diejenigen für Juckreiz nicht. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Schmerz und Juckreiz über dieselben Rezeptoren in der Haut wahrgenommen werden, dass also Schmerz und Juckreiz zwei Spielarten ein und derselben Sinneswahrnehmung sind. Dafür spricht, dass der Patient im Allgemeinen den Juckreiz mit einer Reaktion beantwortet, die normalerweise Schmerz hervorruft, z. B. das Kratzen. Insbesondere bei den Patienten mit atopischen Ekzemen (Neurodermitis) kann man erkennen, dass der Juckreiz mit heftigen Kratzattacken beantwortet wird, es entstehen tiefe und entstellende Kratzeffekte. Aber der Patient empfindet diesen Schmerz nicht. Im Gegenteil, der Schmerz unterdrückt den Juckreiz und wird damit zur Erleichterung. So vielfältig wie die Mechanismen der Entstehung von Juckreiz, so zahlreich sind auch die Botenstoffe, die ihn auslösen. Hauptverursacher ist aber das Histamin, das in großer Menge in den Mastzellen der Haut gespeichert wird. Mastzellen sind immer dann zur Stelle, wenn in der Haut eine Reizung oder Entzündung abläuft.
Bei welchen Hauterkrankungen entsteht Juckreiz?
Bei allergischen Hautausschlägen, zum Beispiel bei Arzneimittelausschlägen, d. h. Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen gegen Arzneimittel.
Bei Nessel- oder Quaddelsucht. Die Urtikaria verursacht einen heftigen Juckreiz, hier bedingt durch Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen. Die Urtikaria wird durch eine ganze Reihe von Faktoren ausgelöst, darunter auch durch viele Nahrungsmittel oder auch Arzneimittel.
Infektionskrankheiten
Infektionskrankheiten können Juckreiz hervorrufen. Ganz besonders wissen wir, dass Windpocken, eine der häufigsten Kinderkrankheiten, sehr stark jucken.
Parasiten
Läuse, Flöhe, Wanzen und vor allem auch Milben verursachen schwere Juckreizattacken. Ein schwerster Juckreiz wird durch die Krätze hervorgerufen. Sie ist weit verbreitet. Die Krätze-Milben sind so klein, dass man sie auf der Haut nicht sieht. Trotzdem verursachen sie schwere, juckende Hautprobleme.
Austrocknungsekzem
Da wir unsere Haut häufig stressen, zu viel waschen und vor allem mit den falschen Pflegemitteln, kann sie stark austrocknen. Die Schutzbarrieren der Haut werden beschädigt und Allergiestoffe können in die Haut eindringen. So kommt es zu Hautentzündungen, die stark jucken.
Die alternde Haut
Die Haut ist oftmals das erste und auffälligste Organ, das Alterungsprozesse widerspiegelt. Die Alterungsprozesse führen zu einer Austrocknung der Haut. Ausgetrocknete Haut pflegt wie trockenes Leder in feinste Linien zu brechen. Diese Austrocknungsekzeme, die vor allem an den Unterschenkeln erkennbar sind, machen erheblichen Juckreiz.
Was wird Ihr Arzt Sie fragen bei einer juckenden Hauterkrankung?
- Wie lange besteht der Juckreiz?
- Nehmen Sie Medikamente ein?
- Gibt es neue Pflegemittel?
- Gibt es Allergien in der Familie, vor allem Ekzemerkrankungen?
- Gibt es Heuschnupfen, Asthma in der Familie?
- Vertragen Sie Wolle auf der bloßen Haut?
- Hat der Juckreiz etwas mit Sonneneinstrahlung zu tun?
- Gibt es Allergietestergebnisse von früher (bringen Sie nach Möglichkeit diese Testergebnisse zu Ihrem Arztbesuch mit)?
- Viele Möglichkeiten, unterschiedliche Erfolgsaussichten: die Therapie.
- Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt. In jedem Fall ist die Ursachenerkennung und -findung von entscheidender Bedeutung. Es ergibt sich aus der Natur der Sache, dass bei Vorliegen innerer Erkrankungen diese naturgemäß aufgefunden werden müssen. Können innere Erkrankungen ausgeschlossen werden, wird man nach äußeren Faktoren fahnden, wie oben aufgeführt.
- Führt die Ursachenforschung nicht zum Erfolg, in den allermeisten Fällen kann eine Ursache gefunden werden, wird man unsymptomatische Behandlungsmaßnahmen einleiten.

|