Was ist eine Vaskulitis?
Eine Vaskulitis entsteht durch eine Gefäßentzündung, die dazu führt, dass die Gefäßwände „undicht“ werden und Serumbestandteile sowie rote Blutkörperchen in das Gewebe übertreten können.
Wie entsteht eine Vaskulitis?
Es gibt vielzählige Ursachen, die für das Auftreten einer Vaskulitis verantwortlich sein können. Häufig tritt die Erkrankung im Anschluss an Infektionen und/oder Medikamenteneinnahme auf. In diesen Fällen tritt die Vaskulitis meist nur einmalig auf. Daneben finden sich Vaskulitiden auch im Rahmen sogenannter „Autoimmunerkrankungen“, die eine Fehlsteuerung des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe darstellen. Diese Formen neigen zu Rezidiven, d.h. die Gefäßentzündung kann im Laufe des Lebens öfter auftreten. Leider lässt sich die Ursache der Vaskulitis nur in ca. 50% der Fälle klären.
Wie sieht eine Vaskulitis aus?
An der Haut sieht man viele kleine dunkelrote bis schwärzliche flohstichartige Einblutungen ohne Juckreiz oder Schuppung. Auf den sogenannten körperabhängigen Partien lastet der höchste hydrostatische Druck auf den Gefäßen und, bedingt durch die Schwerkraft, findet sich das Phänomen des Übertritts roter Blutkörperchen v.a. an den Beinen (Unterschenkel) oder bei Bettlägerigen auch am Gesäß. Grundsätzlich können jedoch alle Körperteile von einer Vaskulitis betroffen sein. Je nach Ausmaß der Entzündungsaktivität kann die Vaskulitis selten auch zu Nekrosen (Gewebsuntergängen) und hieran anschließend auch zu Geschwüren der Haut führen. Die im Rahmen einer Vaskulitis entstehenden Geschwüre sind sehr schmerzhaft und heilen unter Umständen nur unter Narbenbildung ab.
Wie wird die Vaskulitis behandelt?
Da die Vaskulitis aufgrund der Schwerkraft zumeist die Beine betrifft, sollten diese beim Vorliegen frischer Hautveränderungen (d.h. im Krankheitsschub) hochgelagert werden. Deshalb sollten Tätigkeiten im Stehen oder Sitzen mit herabhängenden Beinen unbedingt vermieden werden. Zusätzlich sollte dem hydrostatischen Druck durch konsequentes Anlegen von Druckverbänden, sog. Kompressionsverbänden (Kurzzugkompressionsbinden), entgegengewirkt werden. Hierzu sollten die Verbände täglich frühmorgens noch vor dem Aufstehen angelegt und erst wieder abends im Liegen abgenommen werden.
Je nach Schweregrad der Erkrankung bzw. Entzündungsaktivität erfordern Vaskulitiden zusätzlich entzündungshemmende Medikamente (sog. Steroide), die entsprechend der Ausprägung auch intravenös (d.h. über die Venen) verabreicht werden müssen. In schwersten Fällen kann es neben Hautläsionen auch zu einer Beteiligung innerer Organe kommen. Hiervon sind v.a. die Nieren, der Darm und teils das Gehirn betroffen. In diesen Fällen ist eine stationäre Aufnahme und engmaschige Kontrolle der betroffenen Person unumgänglich.
Bei Vorliegen einer Vaskulitis ist die strikte Einhaltung der verordneten Dosierung dieser Medikamente sowie das an den Verlauf der Vaskulitis angepasste Reduzieren zu beachten. Bei Unverträglichkeit der Medikamente sollten diese nur durch den behandelnden Arzt umgesetzt werden, um ein möglicherweise schweres Wiederaufflammen der Gefäßentzündung zu vermeiden. 
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