
Bestimmung von Überempfindlichkeiten (Allergien) und Intoleranzreaktionen auf Medikamente
Zu den unerwünschten Nebenwirkungen medikamentöser Behandlungen gehören allergische Reaktionen, wie z.B. Hautausschläge, die sich zu ca. 80% an Haut oder Schleimhäuten, in Ausnahmen auch an Gewebe und Organen zeigen. Neben diesen Arzneimittelexanthemen sind weitere Nebenwirkungen
möglich.
Es wird unterschieden zwischen Überempfindlichkeiten vom Soforttyp, z.B. durch Einnahme von Penizillin, und vom zytotoxischen (zellschädigenden) Typ, z.B. durch Verabreichung von Sulfonamiden.
Grundsätzlich kann jedes Medikament zu allergischen Reaktionen führen.
Neben den üblichen Nebenwirkungen eines Medikamentes, wie Müdigkeit auf Antihistaminika (juckreizstillend), ist die vorhandene Anlagebereitschaft entscheidend. Unerwünsche Nebenwirkungen können auch nach langfristiger Einnahme eines Medikamentes auftreten.
Wie zeigen sich Allergien und Intoleranzen?
Bei erstmaliger Medikamenteneinnahme zeigen sich Hautausschläge meist zwischen dem 7. – 12. Behandlungstag, bei bereits vorheriger Sensibilisierung (Empfindlichkeit) innerhalb von 48 Stunden.
Viele Medikamente führen auch zu einer hohen Sonnenlichtempfindlichkeit, der sogenannten Photosensibilität. Die Hauterscheinungen zeigen sich erst dann, wenn Sonnenlicht darauf fällt.
Kommt der Betroffene wiederholt mit dem gleichen Medikament in Verbindung, können die Folgen auch innerhalb weniger Minuten auftreten. Allerdings lösen Arzneien auch einen Ausschlag aus, ohne dass eine Überempfindlichkeit vorliegt. Hier ist z.B. auf Kortison zu verweisen, das zu einer Akne führen kann. Die Häufigkeit von Arzneimittelexanthemen ist stark steigend, verursacht natürlich durch steigende Medikamenteneinnahme.
Arzneimittelexantheme sind rundliche, münzen- bis handtellergroße, violett bis tiefrot, auch leicht blasige Ausschläge, die stark jucken.
Bei erstmaliger Einnahme des auslösenden Medikaments zeigt sich der Ausschlag oft einzeln, bei wiederholtem Auftreten in der Regel an mehreren und dann gleichen Körperstellen, der bei der Abheilung eine schiefergraue Verfärbung hinterlässt. Überwiegend betroffen sind die Streckseiten der Gliedmaßen, aber auch der Mund sowie der Scham- und Afterbereich und die Hände.
Arzneimittel können jede Form von Ausschlag auslösen. Hier ist in erster Linie die Nesselsucht (Urticaria) zu nennen. Eine Festlegung ist oft schwierig. Durch die Vielzahl der Medikamente, die von Patienten eingenommen werden, ist die Diagnostik oft sehr erschwert.
Überempfindlichkeitsreaktionen auf Medikamente beschränken sich nicht nur auf die Haut. So kann es zu Haarausfall, Gelenkbeschwerden, Lymphknotenschwellungen, Durchfall und Erbrechen kommen. Häufig klagt der Patient über Kopfschmerzen. Auch Organbefall, z.B. der Nieren, ist nicht auszuschließen.
Der jeweilige Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich. Die Hauterscheinungen können sehr leicht sein und kurzfristig abklingen. Andererseits sind schwerwiegende Erkrankungen – s. Stichwort Lyell-Syndrom – möglich.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Wie oben bereits ausgeführt, ist die Diagnostik wegen der Vielzahl der Ursachen oft sehr schwierig.
Eine eingehende Befragung des Patienten bezüglich der eingenommenen Medikamente – welches Medikament wurde zuletzt eingenommen? – ist die Grundlage. Oft werden Allergien dadurch ausgelöst, dass der Patient sehr viel Medikamente einnimmt, die untereinander Arzneimittelreaktionen auslösen.
Außerdem wird der Arzt Allergietests und Blutuntersuchungen vornehmen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
Im Vordergrund steht die Ermittlung und dann Absetzung des auslösenden Medikaments. Dem Erkrankten werden äußerlich juckreizlindernde, u.U. auch kortisonhaltige Mittel, verabreicht.
Innerlich wird mit Antihistaminika behandelt. Sollte es in Extremfällen zu einem Schockzustand kommen, muss eine Notfallbehandlung im Krankenhaus durchgeführt werden.
Bei festgestellter Allergie wird der Arzt einen Allergiepass ausstellen, den der Patient immer zur Hand haben sollte. 
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