 Bei der Untersuchung photoprovozierbarer Hauterkrankungen sollte zunächst schrittweise die Schwellendosis für das Erythem bestimmt werden. Anschließend erfolgen Photoprovokationstestungen zur Reproduktion der Dermatose und ggf. ein so genannter Photopatch-Test sowie eine systemische Phoatoprovokation.
1. Lichttreppen (MED-Bestimmungen)
Lichttreppen werden i.d.R. in der Glutealregion durchgeführt (d.h. unbelichtete Haut), da vorliegende Sonneneinstrahlung die Schwellendosis erhöht. Ablesungen der UVB und UVA Lichttreppen erfolgen wenige Minuten nach Exposition (Sofortpigmentierung, urtikarielle Reaktionen zum Ausschluss Lichturticaria) und nach 24 Stunden (MED UVB und UVA).
2. Photoprovokationstestungen
2.1 Bei Verdacht auf photoallergische oder phototoxische Dermatitis
Photo-Patchtest
Bei jedem Patienten mit Verdacht auf eine Photosensibilisierung sollte ein Photopatch-Test nach den neuen Richtlinien der DKG/ICDRG (s.a. JEADV 2004;18:679-682) durchgeführt werden. Als Standardblock wird der von der Firma Hermal zur Verfügung gestellte Block verwendet. Mitgebrachte Cremes sowie Medikamente können nach Rücksprache mit getestet werden.
Systemische Photoprovokation
Bestrahlung eines Kontrollfeldes am Rücken mit UVA; Gabe des verdächtigen Medikamentes (oral, intravenös), vorher Kinetik des Medikamentes bei der Herstellerfirma erfragen! Unter Berücksichtigung der Pharmakokinetik des Medikamentes UVA Exposition zu verschiedenen Zeitpunkten mit UVA an verschiedenen Testfeldern; Ablesung nach 24, 48 und 72 Stunden; Beurteilungskriterien: Erythem, Ödem, Quaddeln, Papulovesikel.
2.2. Bei Verdacht auf chronische aktinische Dermatitis
(photoaggraviertes Ekzem, persistierende Lichtreaktion, aktinisches Retikuloid)
Testort: erscheinungsfreie, nicht UV exponierte Haut; Testareal: 5 x 8 cm. Die Photoprovokation erfolgt an einem Tag mit UVB, UVA und ggf. sichtbarem Licht sowie Infrarot. Oft kann die chronische aktinische Dermatitis aber schon in der Lichttreppe zum Vorschein kommen. Ablesung: 24, 48, 72 h nach Bestrahlung
zusätzlich: Photo-Patchtest, Epikutantest
2.3. Bei Verdacht auf Polymorphe Lichtdermatose
(„Sonnenallergie“)
Testort: Schultern ggf. Prädilektionsstellen; Testareal: 5 x 8 cm. Die Photoprovokation erfolgt über 3-5 Tage mit UVB und UVA (ggf. auch sichtbares Licht sowie Infrarot).
Ablesung: 24 bzw. 72 Stunden nach Bestrahlung
2.4. Bei Verdacht auf Urticaria solaris
(Lichturtikaria)
Testort: Erscheinungsfreie, nicht UV-exponierte Haut
Testareal: kleine Testfelder 1 x 1 cm; Lichttreppe bringt meist schon
positive Ergebnisse. Die Photoprovokation erfolgt an einem Tag mit UVB, UVA und ggf. sichtbarem Licht sowie Infrarot. Dosis: meist sehr niedrig, von Patient zu Patient verschieden. Ablesung: sofort, Beobachtung bis 1h nach Bestrahlung.
2.5. Bei Verdacht auf Lupus erythematodes
Testort: oberer Rücken (erscheinungsfrei)
Testareal: 5 x 8 cm
Die Photoprovokation erfolgt über 3-5 Tage mit UVB und UVA. Ablesung: 24 bzw. 72 Stunden nach Bestrahlung, Beobachtung bis drei Wochen nach Bestrahlung
zusätzlich: bei positiver Photoprovokation Probebiopsie mit Immunhistologie.

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