
Bei der Behandlung von Beschwerden durch Veränderungen an den Adern des Beins (Durchblutunsstörungen, Krampfadern) steht die Untersuchung der Ursache (Pathogenese) im Vordergrund. Mit Hilfe nicht-invasiver, den Patienten nicht belastender Verfahren lassen sich wesentliche Erkenntnisse über die Ursache der Beschwerden herausfinden. Die Störungen können den Transport des Blutes in die Beine vom Herzen (Angiologie), den Abtransport des Blutes aus den Beinen zum Herzen (Phlebologie) oder den Abtransport der anfallenden Gewebsflüssigkeit (Lymphologie) betreffen. Häufig liegt eine Kombination aller drei Komponenten vor. Es ist dann medzinisch wichtig, mit Hilfe von Untersuchungen die Gewichtung dieser einzelnen Komponenten zu erfassen. Diese Gewichtung fließt auch in die Behandlung ein: Bespielsweise ist die Kompressionstherapie bei Störungen des Venensystems und Lymphgefäßsystems sinnvoll, kann aber bei schwerer Durchblutungsstörung kontraindiziert sein.
Sind die Beschwerden nicht durch die Adern des Beins (Arterien, Venen, Lymphgefäße) verursacht, erfolgt die Abklärung in vertrauensvoller enger Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt und/oder im St. Josef-Hospital.
· Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) Zigarettenrauchen, erhöhte Blutfette (Hypercholesterinämie, Hyperlipidämie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind zu vermindern oder müssen gemieden werden. Besteht eine lokale Durchblutungsstörung, kann mit nicht schmerzhaften, den Patienten nicht belastenden Methoden die Restdurchblutung abgeschätzt und der Ort der Störung eingegrenzt werden. Ist eine invasive Behebung des Durchblutungshindernisses (Aderverengung (Stenose) oder Aderverschluss) möglich, erfolgt im Rahmen des interdisziplinären Gefäßschwerpunktes im St. Josef-Hospital die weitere Abklärung und Behandlung (z.B. Stent-Implantation durch den Radiologen, Bypass-OP durch den Gefäßchirugen).
Sind die Risikofaktoren minimiert, können außerdem moderne durchblutungsfördernde Maßnahmen (Gehtraining, medikamentöse Behandlung) zum Erhalt des Beins eingesetzt werden.
Chronisches Venenleiden:
· Kompressionstherapie unter ausführlicher Anleitung (Kompressionsverband nach Pütter, Kompressionsstrümpfe) Duplex und Doppler-kontrollierte deszendierende Sklerosierungstherapie nach Tournay Schaumsklerosierung Crossektomie und Saphenektomie der V. saphena magna und/oder parva (Link: Interdisziplinärer Gefäßschwerpunkt, Gefäßchirurgie) extraluminale Valvuloplastie (Venenklappenreparatur) der Crossenregion der V. saphena magna [Link: Interdisziplinärer Gefäßschwerpunkt, Gefäßchirurgie] endoskopische hypertherme Venenschrumpfung (Radiowellentherapie, schonende Behandlung der Rosenvene(n) ohne Operation in lokaler Betäubung)
Chronisches Lymphödem:
· Kompressionstherapie mit Kompressionsverbänden unter Anleitung Kompressionsstrumpfanpassung (ggf. durch Mitarbeiter aus Sanitätshäusern) und Überprüfung der Kompression manuelle Lymphdrainage Apparative intermittierende KompressionstherapieKonsequente Hautpflege
Offenes Bein
Ulkustherapie
- Säuberung der Wunde.
- Kontrolle der Bakterien bzw. Reduktion der Bakterien durch moderne Antiseptika und/oder elementares Silber
- Exsudatkontrolle (feuchte Wundbehandlung, aber keine "nasse" Wundbehandlung)
- Shave-Therapie nach Schmeller zum Abtragen der verhärteten Wundränder (Dermatoliposklerose) und Verbesserung der Durchblutung.
- Transplantation zum Verschluss des Hautdefektes

|