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Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris)

 

 

Was ist ein Unterschenkelgeschwür?

 

Ein Unterschenkelgeschwür (offenes Bein) ist eine nicht heilende Wunde, die meist durch Durchblutungsstörungen bedingt ist.

 

 

Wie kommt es zu einem Unterschenkelgeschwür?

 

Die häufigste Ursache des offenen Beins ist ein chronisches Venenleiden (etwa 70%). Dies kann im Wesentlichen durch 3 Faktoren bedingt sein:

 

1. Krampfaderleiden (Varikose)         

2. Postthrombotisches Syndrom (Klappenzerstörung und Venenwandveränderungen nach Thrombose)          

3. Ausfall der venösen Pumpfunktion (bei verminderter Beweglichkeit im Knöchelgelenk)

 

Durch den gestörten Abfluss von Blut aus dem Bein erhöht sich vor allem beim Stehen der Blutdruck im Bein so stark, dass die Haut sich entzündet und das Gewebe oft so stark geschädigt wird, dass es abstirbt. Eine andere Ursache (10-20%) von Unterschenkelgeschwüren sind Verschlüsse der Arterien. Dadurch wird weniger Blut vom Herzen ins Bein transportiert und es kommt zu Ernährungsstörungen der Haut bis hin zum Untergang des Gewebes. Seltene Ursachen von Unterschenkelgeschwüren sind Gefäßentzündungen und Nervenschäden.

 

 

Wie werden die Ursachen eines Unterschenkelgeschwürs festgestellt?

 

Alle Basisuntersuchungen sind ohne Nebenwirkungen nicht invasiv durchzuführen. Zum Nachweis eines chronischen Venenleidens führen wir einen Bewegungstest zur Kontrolle der Muskelpumpe am Unterschenkel durch (Photoplethysmographie) und messen die Beweglichkeit am Sprunggelenk. Die Venen werden durch Ultraschalluntersuchungen in ihrer Funktion untersucht (Doppler- und farbkodierte Duplexsonographie). Der Arteriendruck an den Beinen kann ebenfalls durch einfache Ultraschalluntersuchungen kontrolliert werden.

 

 

Welche Komplikationen drohen bei chronischen Unterschenkelgeschwüren?

 

Bei allen chronischen Wunden können durch Bakterien, die in die Lymphbahnen eindringen, Wundrosen (Erysipele) entstehen. Sie äußern sich als rasch größer werdende Rötungen und Überwärmungen am Bein, oft einhergehend mit Abgeschlagenheit und Fieber. Oft haben Patienten mit Unterschenkelgeschwüren Allergien gegen bestimmte Salben oder Desinfektionsmittel. Dies kann durch Allergietests nachgewiesen werden.

 

 

Welche Therapie ist die richtige? 

 

Beruht das Unterschenkelgeschwür auf einem Venenleiden, sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:  

  

1) Krampfadern können oft operiert oder verödet werden.     

2) Nach einer Thrombose verbessern Kompressionsverbände oder -strümpfe den venösen Blutfluss. 

3) Die Beweglichkeit des Sprunggelenkes wird durch spezielle Übungen gesteigert.    

4) Venenkranke sollten die Beine öfter hoch legen,  Arterienkranke sollten die Beine eher tief legen.

5) Allergien können durch moderne Wundauflagen weitgehend vermieden werden.     

6) Therapieresistente Unterschenkelgeschwüre können durch eine Hautverpflanzung verschlossen werden.

7) Bei Venenleiden ist die Kompressionsbehandlung zur Verminderung von Unterschenkelschwellungen der entscheidende Faktor.