
<h1>Allgemeines</h1>
Als Effluvium wird der fortlaufende Haarausfall bezeichnet, der über das übliche Maß hinausgeht. Von einem über das normale Maß hinausgehenden Haarausfall wird gesprochen, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Dieser Zustand kann, muss aber nicht zu andauernder Haarlosigkeit führen.
Es ist zu unterscheiden zwischen vernarbendem und nicht vernarbendem Haarausfall. Schäden durch vernarbenden Haarausfall sind nicht heilbar.
Der Haarbestand ist Ausdruck des Gleichgewichts zwischen ausfallenden und nachwachsenden Haaren. Unter besonderen Umständen kann es zum Wachstumsstopp kommen, das heißt es fallen mehr Haare aus als nachwachsen.
Das Haar wächst mit einer Geschwindigkeit von ca. 0,34 mm am Tag aus der Haarwurzel. Es besteht aus einem Eiweiß (Keratin) und hat drei Schichten. Die Haarfarbe kommt durch die Einlagerung von Pigment (Melanin) in unterschiedlicher Menge zustande und wird ebenso wie die Haardichte und –länge genetisch bestimmt. Jede Haarwurzel durchläuft dabei einen vom Nachbarhaar unabhängigen Zyklus aus Wachstum, Ruhephase und Haarausfall. Grundsätzlich nimmt die Haardichte, Haardicke und Wachstumsgeschwindigkeit mit zunehmendem Alter ab, aber auch hier muss wiederum auf die genetische Veranlagung verwiesen werden.
Der Haarbestand ist Ausdruck des Gleichgewichts zwischen ausfallenden und nachwachsenden Haaren. Unter besonderen Umständen kann es zum Wachstumsstopp kommen, das heißt es fallen mehr Haare aus als nachwachsen. Die Ursachen für dieses Missverhältnis sind zu unterscheiden. Sie können zum Beispiel durch Medikamente aus gelöst werden – hier wird vor allen Dingen auf die Chemotherapie bei Krebserkrankten verwiesen –, aber auch seelisch begründet sein. Die Grenze zwischen giftigen (toxisch) und seelischen (physiologisch) Ursachen ist häufig fließend.
Bedingt durch den Hormonhaushalt sind Männer mehr betroffen als Frauen. Allerdings kann es durch Färbung der Haare bzw. Dauerwellen ebenfalls zu vermehrtem Haarausfall kommen.
Die Haarwurzel ist also gegenüber bestimmten von außen zugeführten Stoffen empfindlich. Es kommt spontan oder schleichend zu einer Ausdünnung des Haarkleides.
<h1>Wie kann man Haarausfall diagnostizieren?</h1>
Zur Diagnose wird der Arzt in der Regel ein Trichogramm erstellen. Zu diesem Zweck werden an der vorderen und hinteren Kopfhaut Haare ausgezogen und mikroskopisch untersucht. Krankengeschichte, genetische Veranlagung, Hormonstatus, wie hoch ist ca. der tägliche Haarausfall, liegt eine Entzündung der Kopfhaut vor, fließen in die Beurteilung ein. Dazu kommen Laboruntersuchungen zur Klärung von Entzündungswerten. Hier wird untersucht, ob beispielsweise Vitaminmangel vorliegt bzw. toxische Ursachen ursächlich sind.
Bei nicht einwandfrei zu diagnostizierenden Fällen ist auch eine Kopfhautbiopsie (Gewebeentnahme) möglich.
<h1>Hormonell bedingter Haausausfall</h1>
Die häufigste Form des Haarausfalls ist hormonell bedingt, die sog. androgenetische Alopezie und hier insbesondere der männliche Haarausfall. Umfang und Verlauf hängen von der individuellen Veranlagung, dem Alter und den männlichen Sexualhormonen ab. Je später der Haarausfall einsetzt, desto langsamer ist der Verlauf. Der Haarausfall beginnt dabei bei den Geheimratsecken. Am Hinterkopf entsteht eine kahle Stelle (Tonsur). In der nächsten Phase fließen diese Bereiche durch Lichtung des Scheitels zusammen, bis nur ein hufeisenförmiges Haarband übrigbleibt. Eine ursächliche Behandlung des männlichen Haarausfalls ist bis heute immer noch nicht möglich. Die Beeinflussung des Hormonhaushaltes würde zwar eine Besserung versprechen, kommt aber wegen der erheblichen Nebenwirkungen nicht infrage.
Verschiebt sich bei Frauen das hormonelle Gleichgewicht zugunsten der männlichen Geschlechtshormone, kommt es ebenfalls zum Haarausfall. Dieser hat bei gleicher Ursache ein anderes typisches Verteilungsmuster. Es kommt zu einer diffusen Ausdünnung im Scheitelbereich. Der gesamte Verlauf ist langsamer und meist nicht so schwer.
<h1>Kreisrunder Haarausfall</h1>
Der kreisrunde Haarausfall beginnt im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt. Besonders häufig handelt es sich um Allergiker, Zucker- und Schilddrüsenkranke. Ferner ist eine familiäre Häufung festzustellen. Die genaue Ursache ist aber bis heute nicht deutlich. Kreisrunder Haarausfall ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte und meist kleine Kahlstellen. Von kreisrundem Haarausfall können schon Kinder und Jugendliche betroffen sein, er ist also an keine Altersgruppe gebunden. Die Kopfhaut ist äußerlich unverändert, es kommt zu keiner Vernarbung. Nach Wochen oder Monaten ist eine spontane Wiederbehaarung möglich. Nur selten wird der ganze Kopf oder Körper befallen. Dann ist der Haarverlust bleibend.
In Extremfällen kann es zum totalen Haarverlust – Körper, Augenbrauen, Wimpern – kommen.
<h1>Diffuser Haarausfall</h1>
Die Ursachen dieser verschwommenen Form des Haarausfalls sind breit gefächert. Es kommen sowohl Medikamente, Vergiftungen, Mangelerscheinungen durch Diäten oder z.B. Infektionskrankheiten als Auslöser infrage, ebenso spielen auch hier hormonelle Einflüsse eine Rolle.
<h1>Behandlung</h1>
Zur Behandlung hormonellen Haarausfalls bei Frauen ist eine Zusammenarbeit mit dem Gynäkologen zu empfehlen. Äußerlich können östrogenhaltige Tinkturen angewandt werden.
Auch bei Männern haben sich äußerlich angewandte Tinkturen als wirkungsvoll erwiesen.
Medikamente in Tablettenform, z.B. Finasterid, können verordnet werden, möglich sind auch Eigenhaartransplantationen, die allerdings nur in Spezialkliniken vorgenommen werden. Eigenhaartransplantationen sind keine Kassenleistungen, müssen also privat bezahlt werden.
Bei kreisrundem Haarausfall können Glukortikoide eingesetzt werden, Behandlungen mit UVA-Licht werden empfohlen. Auch zur innerlichen Behandlung werden – kurzfristig – Kortikoide eingesetzt.
Diffuser Haarausfall, bedingt durch eine internistische Erkrankung, ist entsprechend zu behandeln, Mangelerscheinungen sind zu beheben.
Auch bei diesem Krankheitsbild können das Wachstum anregende Tinkturen sinnvoll sein.
Grundsätzlich gilt, bei durch giftige Stoffe verursachtem Haarausfall ist mit einer Besserung nach 4 – 6 Monaten zu rechnen. Festgestellte auslösende Stoffe wie Medikamente, Gifte usw. sind selbstverständlich zu meiden. 
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