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Was ist eine Prurigo?

 

 

Sie leiden an einer Prurigo. Diese Erkrankung geht mit heftig juckenden Hautveränderungen einher, die fast am gesamten Körper auftreten können. Das Gesicht ist bei der Prurigo in der Regel nicht betroffen. Für diese Erkrankung gibt es sehr viele unterschiedliche Ursachen, die oft nicht gefunden werden. Es handelt sich um eine anlagebedingte Erkrankung. Als Ursachen der Prurigo kommen Stoffwechselstörungen wie Diabetes (Zuckerkrankeit), Harnsäureerhöhung (Gicht), weiter Nieren- oder Leberfunktionstörungen, hormonelle Störungen, Tumoren und Infektionen  infrage. Auch psychische Belastungssituationen (Stress) können eine Rolle spielen.

 

 

 

Wie sieht eine Prurigo aus?

 

 

Es zeigen sich bei der Prurigo mit heftigem Juckreiz (Pruritus) einhergehende knotige Hautveränderungen, die in der Regel bis zum Nachlassen des Juckreizes zerkratzt werden.

 

 

 

Wie wird eine Prurigo behandelt?

 

 

Kann die Ursache der Prurigo festgestellt werden, so steht die Behandlung derselben im Vordergrund (z.B. Behandlung der Zuckerkrankheit).

 

 

 

Folgende Behandlungen der Prurigo sind möglich:

 

 

1. Örtlich aufzutragende kortisonfreie, juckreizstillende Cremes und Lotionen wie z.B. Oberflächenanästhetica lindern kurzfristig den Juckreiz bei der Prurigo und haben einen kühlenden Effekt. Sie sollten dünn aufgetragen werden.

 

 

2. Örtlich aufzutragende kortisonhaltige, juckreizstillende Cremes und Lotionen dürfen nicht großflächig, sondern nur auf die betroffenen Prurigo- Stellen, also nicht auf gesunde Haut, aufgetragen werden. Der Vorteil besteht im Vermeiden von Nebenwirkungen an anderen Organen.

 

 

3. Unterspritzung einzelner Prurigo-Knoten durch kortisonhaltige Lösungen. Der Nachteil besteht in der Schmerzhaftigkeit der Spritzen, der Vorteil im Gegensatz zur Kortisongabe in Tablettenform in der Vermeidung von Nebenwirkungen an anderen Organen.

 

 

4. Juckreizstillende, kortisonfreie Tabletten können bei der Prurigo zusätzlich gegeben werden. Hier muss berücksichtigt werden, dass manche Präparate müde machen. Unter Umständen ist das Autofahren oder das Bedienen von Maschinen unter dieser Behandlung nicht erlaubt. Neuere Medikamente dieser Gruppe rufen keine so ausgeprägte Müdigkeit hervor wie manche Präparate der älteren Generation.

 

 

 

5. Kortisonhaltige Tabletten wirken bei der Prurigo deutlich juckreizstillend. Der Nachteil besteht darin, dass Nebenwirkungen auch andere Organe als die Haut betreffen. Deswegen ist dieses Medikament nicht zu einer Dauertherapie geeignet und sollte nur kurzzeitig bei der Prurigo zum Einsatz kommen. Dieses Medikament darf nur nach Anweisung des Arztes eingenommen oder abgesetzt werden. Nach längerer Einnahme von Kortison ist die Dosierung durch den Arzt langsam zu reduzieren. Es darf nicht abrupt abgesetzt werden.

 

 

 

6. Ultraviolett (UV)-Licht-Bestrahlungen (UV-B, PUVA) werden ebenfalls bei der Prurigo verordnet und durch den Hautarzt durchgeführt. Bei der UV-B Bestrahlung wird der Patient mit einem Teil des UV-Spektrums bestrahlt. Bei der PUVA Therapie handelt es sich um eine UV - Therapie nach Gabe eines Stoffes (Psoralen), der die Lichtempfindlichkeit des Körpers steigert. Anschließend erfolgt eine Bestrahlung mit UV-A -Licht. Psoralen als lichtempfindlichkeitssteigernder Stoff können als Tablette, als Bad, Dusche oder als Creme der Haut zugeführt weden.