Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

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Schwerpunkte

Forschung und Lehre in der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität

Das Hauttumorzentrum Ruhr-Universität: Die frühe Gründung des „Nordrhein Westfälischen Hautkrebszentrums“ durch Prof. P. Altmeyer bereits in den achtziger Jahren, die Zertifizierung des „Hauttumorzentrum Ruhr“ (heute unter der Leitung von Prof. Dr. T. Gambichler) durch die DKG vor drei Jahren und die Einbindung als intergrativer Bestandteil in das RUCCC (Ruhr-Universität Comprehensive Cancer Center) unter Prof. Dr. N. H. Brockmeyer waren wichtige Meilenstein der universitären Forschung an der Dermatologischen Klinik. Gerade in der Tumortherapie, vor allem des Malignen Melanoms, wird deutlich, dass in immer kürzeren Abständen und in immer größerem Umfang basiswissenschaftliche Entwicklungen zum Wohle der Patienten als (hoch-) wirksame Therapien verfügbar werden. Im Rahmen des Hauttumorzentrums ist es möglich, an vielen wichtigen international organisierten multizentrischen Studien teilzunehmen.

Das Leistungsspektrum wird durch die Dermatochirurgie (Prof. Dr. F. Bechara) sowie durch die in die Klinik integrierten Zentren für Lasermedizin NRW und für ästhetisch-operative Medizin (Dr. K. Hoffmann) ergänzt. Diese Form methodischer Translationsforschung ist nicht nur in der Tumormedizin elementar, sondern auch in anderen forschungsaktiven Feldern der Dermatologie. Um hier Synergien auszuschöpfen und zugleich den für die Kreativität der Einzelforscher in ihren Spezialgebieten so notwendigen Freiraum bieten zu können, hat die Dermatologische Klinik ein in die Klinik integriertes Lehr- und Forschungsdirektorium (Prof. N. H. Brockmeyer) installiert.

Das Kompetenznetz HIV/AIDS: Das zehn Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsnetz, unter der Leitung von Prof. N.H. Brockmeyer, ist mit seiner Geschäftsstelle an der Dermatologischen Klinik angesiedelt. Nationale und Internationale Studien zur grundlagenwissenschaftlichen und klinischen HIV-Forschung werden von hier aus koordiniert. So beispielsweise Arbeiten zu „HPV-assoziierten Analerkrankungen“, die in Kooperation mit der Arbeitsgruppe um Joel Palefsky entstehen, die als weltweit führend anerkannt ist. Hier verbindet sich wegweisend moderne medizinische Versorgung in einem spezialisierten Kompetenzbereich mit der Generierung hochkompetitiver wissenschaftlicher Daten. Diese beeinflussen in der Diskussion der internationalen „scientific community“ nicht nur die Richtung künftiger Forschung, sondern stellen auch die Basis für die Formulierung evidenzbasierter verbindlicher Leitlinien im Interesse einer verbesserten qualitätsgesicherten medizinischen Versorgung dar.

Eingebunden in die Klinik ist zudem das Zentrum für Sexuelle Gesundheit, hier werden völlig neuartige Konzepte der Prävention von Geschlechtskrankheiten und anderen sexuell übertragenen Infektionen erarbeitet und umgesetzt. Seit 2010 ist hier auch die Geschäftsstelle der Deutschen STI-Gesellschaft angesiedelt (Präsident: Prof. N. H. Brockmeyer), damit wurde frühzeitig dem neuerlichen Anstieg von Infektionserkrankungen Rechnung getragen.

Exemplarisch für die wissenschaftliche Aktivität der Universitätshautklinik sind auch folgende Arbeiten zu nennen: Im Zentrum für Rheumatologie und Autoimmunerkrankungen (Priv.-Doz. Dr. N. Lahner, Dr. A. Müller) konnten randomisierte, kontrollierte Studien zur Etablierung der UVA1-Phototherapie als First-Line Therapie bei der zirkumskripten Sklerodermie beitragen und in eine von Prof. Kreuter mit entwickelte deutsche AWMF-Leitlinie implementiert werden. Zur systemischen Sklerodermie wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Netzwerk für systemische Sklerodermie (DNSS) und einer internationalen Arbeitsgruppe zur Genomforschung maßgebliche pathogenetische Zusammenhänge der Erkrankung erforscht. Insbesondere zum bis dato wenig beachteten Lichen sclerosus wurden am Bochumer Kollagenose-Schwerpunkt immunhistochemische Studien zur Expression von Zellzyklus-Regulatoren, antimikrobieller Peptide und Bestandteilen der extrazellulären Matrix durchgeführt.

Seit vielen Jahren ist das Venenzentrum (Prof. M. Stücker, Prof. A. Mumme) der Universität Bochum eine der aktivsten Gruppen in Deutschland, die sich wissenschaftlich mit Venenleiden, aber auch anderen Durchblutungsstörungen der Haut und Fehlfunktionen im Lymphsystem beschäftigt. Zu nennen sind die Entwicklungen nicht invasiver Messmethoden, wissenschaftliche Studien zur Erstellung von Empfehlungen zur Kompressionstherapie, und auch wesentliche Impulse für die Erforschung der kutanen Mikrozirkulation stammen aus Bochum. So konnten neue Anwendungsmöglichkeiten beim Laser-Doppler-Perfusion-Imaging bestimmt werden. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund konnte erstmalig quantifiziert werden, wie viel Sauerstoff die Haut aus der Atmosphäre aufnimmt und dadurch bewiesen werden, dass die Sauerstoffversorgung der obersten Hautschichten nicht über das Blut, sondern über die Luft erfolgt. Eine wichtige Verstärkung des Venenzentrums auch im wissenschaftlichen Bereich ist seit 2003 Dr. S. Reich-Schupke. Es konnten wichtige klinisch relevante Untersuchungen durchgeführt werden, z. B. zur Schaumsklerosierung, zur endoluminalen bipolaren Radiofrequenzablation, zur Kompressionstherapie und zur Ursache von Krampfaderrezidiven. Auch wurden eigene neue Ballonkatheterverfahren untersucht. Prof. Stücker, Leiter des Venenzentrums, ist zudem Vizepräsident der Phlebologischen Gesellschaft.

Als weiteres Beispiel sei die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Standardisierung des Abriss-Epikutantests in der Abteilung für Allergologie-, Berufs- und Umweltdermatologie (PD Dr. H. Dickel) genannt. Dieser weist durch seine Einflüsse auf die Hautbarriere erhöhte Test-empfindlichkeit gegenüber dem herkömmlichen Epikutantest auf. Neben der Wissenschaft konzentriert sich die Abteilung für Allergologie-, Berufs- und Umweltdermatologie auch auf die Lehre und Weiterbildung: Neben Hautschutzseminaren werden regelmäßige Workshops zur Vorbeugung von Berufskrankheiten angeboten. Die Abteilung arbeitet darüber hinaus eng mit dem 2009 gegründeten Allergie-Centrum-Ruhr, einem Kompetenzzentrum der Ruhr-Universität, zusammen.

In vergleichbarer Weise verstehen sich die innerhalb der Klinik etablierten Kompetenzbereiche (Hauttumorzentrum Ruhr-Universität, Operative Dermatologie, Laserzentrum, sowie die Abteilungen für Kollagenosen und Autoimmunerkrankungen, Photodermatologie, Photopherese Venenzentrum, Zentrum für Sexuelle Gesundheit/Interdisziplinäre Immunologische Ambulanz,) ausdrücklich als Ort aktiver klinischer patientenorientierter Forschung.