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Fumabutton Wie äußert sich eine Psoriasis?
Fumabutton Die vier Haupt-Arten der Psoriasis
Fumabutton Die Behandlungsmöglichkeiten
Fumabutton Die Systemtherapie mit Fumarsäure
Fumabutton Mit Fumarsäure eine maßgeschneiderte Therapie
Fumabutton Laborkontrollen
Fumabutton Nicht die Geduld verlieren
Fumabutton Sie sind mit ihrem Leiden nicht allein
Fumabutton Dosierung

Liebe Patientin, lieber Patient,

Ihr Arzt hat bei Ihnen eine Psoriasis festgestellt und hat Ihnen Fumarsäure verordnet.

Sie gehören zu den zwei Prozent der Bundesbürger, die sich mit einer Schuppenflechte herumplagen, die zwar unter einer medizinischen Spezialbehandlung eingedämmt, aber nie ganz ausgeheilt werden kann. Als selbständige Krankheit wurde sie erstmals von dem englischen Arzt Robert Willan (1757 - 1812) beschrieben, ihren wissenschaftlichen Namen verdankt sie dem Wiener Hautarzt Ferdinand von Hebra (1816 - 1880):
Er nannte sie Psoriasis vulgaris, abgeleitet von dem griechischen Wort Psora für Schuppe, also die gewöhnliche Schuppenflechte.

Die Bereitschaft der Haut, mit einer Psoriasis zu reagieren, ist einerseits auf eine vererbte Veranlagung zurückzuführen, andererseits auch auf äußere Reizeinflüsse wie Streß, Medikamentennebenwirkungen, Badezusätze oder Sonnenschutzmittel. Dabei ist auch nicht vorherzusagen, ob die Psoriasis nur einmal oder in immer wiederkehrenden Schüben auftritt. Durch neue Behandlungsmethoden ist es jedoch heute möglich, die Patienten über einen kürzeren oder längeren Zeitraum weitgehend frei von den Symptomen der Psoriasis zu halten.

 

Wie äußert sich eine Psoriasis?

Diese Frage Ihnen als Patient zu stellen, ist eigentlich unnötig. Trotzdem sei sie noch einmal beantwortet. Die Psoriasis ist eine Hautkrankheit, die häufg nur einige Stellen des Körpers befällt, ihn aber auch ganz bedecken kann. Ihr liegt eine Stoffwechselstörung der oberen Hautschicht (Epidermis) zugrunde, mit überstürzter Schuppenbildung.

Normalerweise gelangen die Hornzellen der Haut in 28 Tagen an die Hautoberfläche, wo sie unauffällig abgeschuppt werden. Dieser Vorgang verkürzt sich bei der Psoriasis auf vier Tage. Die Haut, die Psoriasisherde in sich birgt, reagiert mit verstärkter Bildung von Schuppen, die weißlich aussehen, manchmal unangenehm jucken, bluten oder nässen.

Die am meisten befallenen Hautstellen sind Ellenbogen, Knie, Kreuzbeingegend und Kopfhaut, wobei Haarausfall nur selten beobachtet wird.

 

Die vier Haupt-Arten der Psoriasis

Von der Psoriasis vulgaris haben wir bereits in der Einleitung gehört. Sie ist durch Rötung der Haut, Schuppung und ein ausgeprägtes Wachstum gekennzeichnet. Sie ist die häufgste Form. Unter einer Psoriasis vulgaris leiden in der Bundesrepublik ebenso viele Menschen wie unter Diabetes.

Außerdem gibt es die Psoriasis pustulosa, die mit einer starken Rötung der Haut und Pustelbildung einhergeht.

Psoriasis inversa, welche sich an Handfächen und Fußsohlen fndet. Sehr unangenehm und kosmetisch störend sind starker Kopfhautbefall und Nagelveränderung.

Schließlich ist noch die Psoriasis arthropathica zu nennen, mit chronischer Arthritis und schmerzhaften Bewegungseinschränkungen bis hin zu ausgeprägten Gelenkveränderungen.

 

Die Behandlungsmöglichkeiten einer Psoriasis

Die Behandlungsmöglichkeiten sind heute vielfältig und teilweise miteinander kombinierbar. Ihr Arzt, der die medizinischen, kosmetischen und psychischen Aspekte Ihrer Erkrankung kennt, entscheidet zusammen mit Ihnen, welche therapeutischen Maßnahmen bei Ihrer Ausprägung der Psoriasis am besten geeignet sind.

Dazu gehören beispielsweise
- eine Salbenbehandlung,
- eine Therapie, die sich gegen die Entzündung richtet,
- die Lichttherapie (Phototherapie) oder
- eine Klimabehandlung

 

Die Systemtherapie mit Fumarsäureester

Eine weitere Möglichkeit, zu der Sie sich jetzt mit Ihrem Arzt entschlossen haben, ist die Systemtherapie mit Fumarsäure. Das Medikament enthält Derivate der Fumarsäure, einer Substanz, die in der Natur in dem Gemeinen Erdrauch (Fumaria offcinalis) vorkommt, die aber auch als Produkt des Zellstoffwechsels in jeder Körperzelle vorhanden ist.

Die medizinischen Eigenschaften dieser Pfanze werden bereits seit dem Altertum gerühmt. Vor allem war auch bereit ihre wohltuende Wirkung bei Hautleiden bekannt. Doch Achtung; In alten Büchern kann man auch lesen, daß junge Mädchen, die Erdrauch an ihrem Busen tragen, den Mann heiraten, der ihnen dann als erster begegnet.

Bereits 1959 stellte der Chemiker Walter Schweckendiek in Selbstversuchen fest, daß sich unter der Einnahme von Fumaraten seine Schuppenflechte deutlich besserte. Dem Wissenschaftler gelang es jedoch nicht, die Fachwelt von seiner Theorie zu überzeugen, daß die Psoriasis durch einen Mangel an Fumarsäure im Körper hervorgerufen wird. Erst nachdem verschiedene, in den 80er Jahren durchgeführte internationale Studien die Wirksamkeit von Fumarsäure bei der Behandlung der Psoriasis belegten, begann man, die Wirkmechanismen der Fumarsäureester systematisch zu untersuchen. Die 90er Jahre bescherten neben der Zulassung des Fumarsäure zur Behandlung der schweren Psoriasis detaillierte Erkenntnisse über die Wirkungsweise der Fumarate. Fumarsäure greift regulierend in das überaktive Immunsystem der Psoriasis-Patienten ein. Diese Regulation kann zu Blutbildveränderungen im Bereich der Eosinophilen und der Lymphozyten führen.

Endgültige wissenschaftliche Anerkennung erlangte die FumadermTherapie 1996, als Prof. Altmeyer, Bochum, und Prof Christophers, Kiel, die Ergebnisse einer Multicenterstudie an 12 Universitätshautkliniken veröffentlichten. Dabei konnte nicht nur die Wirksamkeit der rumarsäuretherapie, sondern auch ein besonders günstiges Nutzen/ RisikoVerhältnis dokumentiert werden.

 

Mit Fumarsäure eine maßgeschneiderte Therapie

Wenn vom Arzt nicht anders verordnet und begründet, beginnt man mit einer Tablette Fumaderm' initial täglich in der ersten Woche. Sie steigern die Dosis in der zweiten Woche auf zwei Tabletten Fumarsäureester und nehmen in der dritten Woche drei Tabletten Fumaderm initial.

Anschließend wechseln Sie auf täglich 1 Tablette Fumaderm in der vierten Woche und auf zweimal täglich 1 Tablette Fumarsäureester in der fünften Woche, bis Sie ab der sechsten Woche die Erhaltungsdosis von dreimal täglich 1 Tablette Fumarsäureester erreicht haben.

Die Maximaldosis von dreimal täglich 2 Tabletten Fumarsäureester ist allerdings nur in Einzelfällen notwendig. Wichtig ist, daß Sie zusammen mit Ihrem Arzt ihre ganz individuelle Dosierung finden, die sich nach dem Therapieerfolg und der Verträglichkeit richtet. Diese individuelle Dosierung kann bei gleichschwerer PsoriasisForm durchaus unterschiedlich sein.

Sie wissen ja: keine Wirkung ohne Nebenwirkungen. So kann es auch unter einer FumadermTherapie zu Nebenwirkungen kommen, die sich in Durchfällen, Gesichtsrötungen (Flush) und Hitzegefühl äußern können. Diese Symptome sind in der Regel harmlos und bessern sich normalerweise im Verlauf der Behandlung. Auch kann es zu Magen und Darmbeschwerden, wie Oberbauchkrämpfen, Völlegefühl und Blähungen kommen. Wenn auch diese Beschwerden sehr unangenehm sein können, so sind sie doch in der Regel harmlos und verlieren sich während der weiteren Therapie. Bei diesen Beschwerden ist es zunächst ratsam, die Dosis nicht weiter zu steigern, sondern um eine Tablette täglich zu reduzieren. Die erneute Dosissteigerung soll mit Ihrem Arzt abgesprochen werden.

Die Fumarsäureester-Tabletten besitzen zwar einen magensaftresistenten Überzug, weshalb das Medikament erst im Dünndarm seine Wirkung entfaltet. Bei Magenbeschwerden und Durchfall haben sich Maßnahmen in Form von alkalischem Tafelwasser als hilfreich erwiesen. Auch die Einnahme von Milchprodukten, als Milch, Quark oder Joghurt, hat sich bewährt.

Um die Nebenwirkungen von vorne herein so gering wie möglich zu halten, sollte die Einnahme von Fumaderm jeweils zu den Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit erfolgen. Auch ist es möglich, nach Absprache mit Ihrem Arzt die Dosierung über den Tag zu verändern.

Generell ist darauf zu achten, daß über den Tag verteilt genügend Flüssigkeit (I ,5 - 2 I) aufgenommen wird.

Sollten die Nebenwirkungen trotz aller Maßnahmen nicht abklingen, muß der Arzt über einen Fortgang der Therapie entscheiden.

 

Laborkontrollen

Besonders wichtig ist, daß vor Beginn und im Verlauf der Behandlung Kontrollen des Blutbildes durchgeführt werden. Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, da in unterschiedlichen Studien häufg Blutbildveränderungen festgestellt wurden. Auch fanden sich in seltenen Fällen Erhöhungen der Nierenparameter. Bei Veränderungen einzelner Blutwerte über ein bestimmtes Maß hinaus ist die Therapie entweder abzubrechen oder die Dosis zu reduzieren. Hierüber entscheidet der behandelnde Arzt.

Fumarsäureester sollte nicht angewendet werden bei schweren Magen-Darm-Erkrankungen, wie Magen- oder Dünndarmgeschwüren sowie bei schweren Leber sowie allen Nierenerkrankungen. Personen unter 18 Jahren sollten nicht mit Fumarsäureester behandelt werden.

Obwohl aufgrund tierexperimenteller Untersuchungen keine Anhaltspunkte für eine die Leibesfrucht verändernde Wirkung bestehen, sollten Fumarsäureester in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht eingenommen werden, da für Schwangere bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, und nicht bekannt ist, ob die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen. Während der Behandlung mit Fumarsäureester sollte eine gleichzeitige äußerliche Anwendung in Form von fumarsäurehalbgen Salben und/oder fumarsäurehaltigen Bädern vermieden werden, da die zusätzliche Aufnahme von Fumarsäurederivaten zu einer unkontrollierten Aufnahme dieser Substanzen führen könnte.

Methotrexat, Retinoide und Ciclosporin dürfen nicht gleichzeitig mit Fumarsäureester verwendet werden.

 

Nicht die Geduld verlieren

Die jüngeren klinischen Studien* haben eine bis 80prozentige Ansprechrate auf die Fumarsäureester-Therapie belegen können. Somit profitieren im Schnitt circa 70 Prozent der Patienten mit schwerer und schwerster Psoriasis von dieser Therapie. Zu berücksichtigen ist, daß es in einigen Fällen erst zu relativ spätem Ansprechen auf die Fumarsäureester-Therapie kommen kann. Üblicherweise ist erst nach etwa vier bis sechs Wochen mit ersten Therapieeffekten zu rechnen. In keinem Fall sollten Sie die Therapie eigenmächtig und ohne Befragen Ihres Arztes absetzen, weil Sie vielleicht enttäuscht sind, daß sich nach kurzer Zeit noch keine erkennbare heilende Wirkung einstellt. Ungeduld sollte also vermieden werden. Dies gilt insbesondere bei trockenhyperkeratotischen Formen der Hand- und Fuß-Psoriasis und bei der Gelenkpsoriasis.

Nur wenige Patienten mußten bisher wegen Magen- und Darmbeschwerden die Therapie vorzeitig abbrechen, bevor Therapieeffekte eintreten konnten.

 

Sie sind mit Ihre Leiden nicht allein

Und noch etwas; Wie Sie eingangs erfahren haben, handelt es sich bei der Psoriasis um eine chronische Erkrankung, deren Symptome zwar beseitigt werden können deshalb unterziehen Sie sich ja beispielsweise einer Fumarsäureester-Therapie. Endgültig ausheilen kann man jedoch diese Krankheit nicht. Um so wichtiger ist es, sich mit Leidensgenossen und -genossinnen austauschen zu können. Diesem Ziel dienen:

Deutscher Psoriasis Bund e. V
Oberaltenallee 20 a
22081 Hamburg
Telefon: 040/22 33 990
Telefax: 040/22 70 986

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V
Gotenstraße 164
53175 Bonn
Telefon: 02 28 /36 79 10
Telefax: 02 28/36 79 190

Dosierung

Mit Ihrem Arzt haben Sie das Dosierungsschema festgelegt. 

In keinem Fall jedoch dürfen Sie die Menge der Tabletten und die Einnahmezeiten verändern ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Nehmen Sie die Tabletten am besten zu den Mahlzeiten mit genügend Flüssigkeit ein.

Generell ist darauf zu achten, daß über den Tag genügend Flüssigkeit (I ,5 - 2 I) aufgenommen wird.


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