Das Virus wird über Blut und Samenflüssigkeit durch Sexualverkehr, Austausch von Spritzenutensilien unter Drogenabhängigen und von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft bzw. während der
Geburt übertragen. Ferner kann eine Infektion über infizierte Blutprodukte erfolgen. Im menschlichen Körper heftet sich das Virus an bestimmte Formen von weißen Blutkörperchen an (T-Helferzellen, Makrophagen, Monozyten). Die
kugelförmigen Andockproteine des Virus reagieren dabei mit bestimmten Oberflächenstrukturen der menschlichen Zelle (Rezeptoren). Eine besondere Rolle spielt dabei der sogenannte CD4-Rezeptor. Zudem ist der Eintritt des Virus in die
menschliche Zelle an das Vorhandensein weiterer Rezeptoren auf der menschlichen Zellmembran gebunden (sog. Chemokin-Rezeptoren: CCR-5 und CXCR4). Unterschiedliche Virusstämme benötigen zum Eintritt in die menschliche Zelle
unterschiedliche Chemokin-Rezeptoren. CCR-5 vermittelt meistens in der Frühphase der HIV-Infektion die Infektion von Zellen durch Viren, die einen sog. M-Tropismus aufweisen. Liegen in diesem Rezeptor Mutationen
(Rezeptorveränderungen) vor, scheint es zu einem günstigeren immunologischen und virologischen Ansprechen einer antiretroviralen Therapie zu kommen. Der CCR-5 Rezeptor kann durch bestimmte körpereigene Proteine (MIP-1alpha,
MIP-1beta, RANTES) gehemmt werden. Man hat auch versucht, den CCR-5 Rezeptor medikamentös zu hemmen und damit den Eintritt von HIV in die menschlichen Zellen zu blockieren; diese Medikamente konnten jedoch am Menschen nicht
erfolgreich angewendet werden. CXCR-4 vermittelt meistens in der Spätphase der HIV-Infektion die Infektion von Zellen mit Viren, die einen sogenannten T-Tropismus aufweisen. Das T steht für permanente T-Zelllinien. Der Rezeptor ist
über das körpereigene Protein SDF-1 blockierbar. Auch die sog. Fusionsinhibitoren entfalten ihre Wirkung beim Eintritt des HI-Virus in die Wirtszelle. Hierbei spielen die viruseigenen Glykoprotein gp120 und gp 41 eine wichtige
Rolle. Gp 41 wird beispielsweise durch den Fusionsinhibitor T20 gehemmt. Im Reagenzglas erwies sich T20 als ein potenter Hemmer sowohl von HIV-1 als auch von HIV-2. Auch beim Menschen konnte unter einer T20-Dauerinfusion eine
Reduktion der Plasmaviruslast erzielt werden. Derzeit laufen weitere klinische Studien, in denen T20 2x tgl. subcutan (unter der Haut) verabreicht wird. 
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Nach Eintritt des Virus in die menschliche Zelle wird die virale Erbsubstanz (RNS) in die für den Menschen typische DNS
(Desoxiribonukleinsäure) umgeschrieben. Dieser Vorgang wird durch das virale Enzym
Reverse Transkriptase vermittelt. Die Hemmung der reversen Transkriptasen wird seit über 10 Jahren durch Medikamente betrieben. Die Substanzen mit den Kürzelnamen
ACT, 3TC, DDC, D4T, DDI, ABC sind heute Bestandteil fast jeder
Kombinationstherapie der HIV-Infektion. Während der Vermehrungsphase des Virus in der menschlichen Zelle werden unterschiedliche Regulatorgene (tat,
nef, env) ausgebildet. Auch eine medikamentöse Hemmung dieser Regulatorgene wäre
denkbar. Entsprechende Medikamente konnten bisher jedoch noch nicht entwickelt werden bzw. haben sich als unwirksam erwiesen. Nachdem die Erbsubstanz von RNS auf DNS umgeschrieben ist, wird diese in den menschlichen Zellkern
transportiert und durch ein weiteres Virusenzym, die sog. HIV-Integrase in die Erbsubstanz des Menschen integriert. Die medikamentöse Hemmung dieses Virusenzyms ist bisher nicht gelungen.
Der Zusammenbau infektiöser Viren ist ein mehrstufiger Prozess, in dem zunächst der Viruskern im Bereich der menschlichen Zellmembran zusammengebaut wird. Dieser Viruskernkomplex
durchdringt anschließend die Zellmembran und erhält hierbei die typischen Virushüllproteine
(gp 120, gp 41). Anschließend ist die Aktivität eines weiteren Virusenzyms erforderlich
(HIV-Protease) um infektiöse Viren zu
produzieren, die in der Lage sind, an neue Zielzellen zu binden und anschließend in sie einzudringen. Dieser letzte Schritt des Vermehrungszyklus von HIV kann durch sogenannte Proteaseinhibitoren unterbrochen werden. Es entstehen
dann nur unreife, in ihrer Infektiösität eingeschränkte Viren, die nicht mehr in der Lage sind, menschliche Zellen zu infizieren. Die Proteaseinhibitoren dürfen nur zusammen mit Hemmern der reversen Transkriptase eingesetzt
werden, weil es anderenfalls rasch zur Ausbildung von sog. Resistenzen kommen würde. Bei resistenten Viren handelt es sich um lebensfähige Mutationen des Ursprungsvirus, die eine große Variabilität ihrer Erbsubstanz aufweisen.
Mutanten, die gegen die verfügbaren Medikamente resistent sind, verdrängen innerhalb von Wochen bis Monaten den ursprünglich vorherrschenden Virusstamm und führen zu einer Unwirksamkeit der Therapie.
Trotz der
Entwicklung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) gelten auch weiterhin zur Verhütung einer HIV-Infektion der sogenannte “Safer Sex”. Obwohl die Virusbelastung im Sperma deutlich abgesenkt werden kann, hat man zeigen
können, daß weiterhin vermehrungsfähiges Virus in den Samenzellen vorhanden ist, und daß dieses dann auch übertragbar ist.
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Gene,
die die HIV-Infektion, den Krankheitsverlauf und das
Fortschreiten zu AIDS beeinflussen |
| Allele |
Vererbungsmodus |
Effekt |
| CCR5 delta 32 |
rezessiv |
verhindert
Infektion |
| CCR5 delta 32 |
dominant |
verhindert
Lymphome |
| CCR5 delta 32 |
dominant |
verzögert
Verlauf |
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| CCR5 P1 |
rezessiv |
beschleunigt
Verlauf |
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| CCR2 64I |
dominant |
verzögert AIDS |
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| SDF1 3´A |
rezessiv |
verzögert AIDS |
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HKA A,B,C2
"homozygot" |
co-dominant |
beschleunigt
AIDS |
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| HLA B*35 |
co-dominant |
beschleunigt
AIDS |
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| HLA C*04 |
co-dominant |
beschleunigt
AIDS |
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| IL10 5`A |
dominant |
limitierte
Infektion |
| IL10 5`A |
dominant |
beschleunigt
AIDS |
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