Radiowellentherapie bei Krampfaderleiden

Was ist die Closure - Prozedur?

Die Closure - Prozedur ist eine endovenöse Methode, Venen zu verschließen, die statt chirurgischem Stripping und einer Ligatur verwendet wird.

Funktioniert das?

Ja. VNUS konnte durch klinische Einsätze an Patienten nachweisen, daß der Closure Katheter Venen verschließen kann.

Wie funktioniert das?

Der Closure Katheter gibt bipolare Radiofrequenz-Energie direkt in die Venenwand ab. Durch die an die Venenwand abgegebene Wärme wird diese resistiv erhitzt, so daß das Gefäß schrumpft. Die flexiblen Elektroden des Verschlußkatheters lassen das Gefäß um den Katheter herum kollabieren, so daß sich die Vene schließt und kein Reflux mehr stattfinden kann.

Welche Patienten können damit behandelt werden?

Closure Katheter expandieren, so daß verschiedene Venendurchmesser damit behandelt werden können. Es gibt von VNUS zwei Kathetergrößen zur Wahl, je nach Venengröße beim Patienten.

  • CL-504 Expandiert von 2 mm - 8 mm
  • CL-812 Expandiert von 4 mm - 12 mm

Die Messungen werden am liegenden Patienten vorgenommen. In den meisten Fällen wird empfohlen, die kleinstmögliche Kathetergröße zu verwenden.

Wie unterscheidet sich diese Methode von anderen Radiofrequenz-Methoden, die man bisher zur Venenbehandlung verwendet hat?

Das Closure System von VNUS unterscheidet sich dadurch, daß Radiofrequenz-Energie zur Kollagen-Kontraktion in der Venenwand verwendet wird. Bei früheren Radiofrequenz-Methoden zur Behandlung von Krampfadern wurde das Blut im Gefäß erhitzt, was zu einem thrombotischen Pfropfen führte, der oft wieder durchgängig wurde.

Können Patienten ohne Bandagieren der Beine behandelt werden?

Nein. Die Esmark-Bandage oder ein elastischer Kompressionsverband beschleunigen den Vorgang, indem das Gefäß kollabiert wird und Blut aus dem Behandlungsbereich exsanguiniert wird, so daß zwischen der Elektrode und der Venenwand ein guter Kontakt entsteht. Am besten wird auch bei der Behandlung kleiner Bereiche das gesamte Bein bandagiert.

Wie wird die Vene komprimiert, wenn an der Mündung behandelt wird?

Bei Behandlung an der Mündung wird das gesamte Bein vom Fuß bis zur Leiste bandagiert und die Bandage durch gefaltete Tücher oder Kompressen an der saphenofemoralen Mündung verstärkt. Während der Behandlung werden diese mit ständigem festem Druck fixiert.

Kommt es beim Erhitzen der Vene nicht zu einer Thrombose?

Die Radiofrequenz-Energie des Verschlußkatheters erhitzt die Venenwand resistiv.  Die bipolaren, isolierten Elektroden führen zu einer Erhitzung der Venenwand, was nur wenig Auswirkung auf umliegendes Blut oder Gewebe hat.

Ist eine Duplex-Sonographie nötig?

Aus folgenden Gründen wird die Duplex-Sonographie sehr empfohlen:

  • 1. Bei der Analyse vor der Behandlung ist die Duplex-Sonographie zur Bestimmung des Venendurchmessers erforderlich, damit der geeignete Closure Katheter gewählt werden kann.
  • 2. Duplex-Sonographie ist weiterhin erforderlich, wenn der Closure Katheter in der Nähe der saphenofemoralen Mündung eingesetzt wird. Dabei sollte die Position des Katheters vor Anwendung von Radiofrequenz-Energie überprüft werden, um die Sicherheit des tiefen Systems zu gewährleisten.
  • 3. Schließlich ist die Duplex-Sonographie hilfreich, um während des Eingriffs das Ergebnis zu kontrollieren.

Wie lange dauert eine Closure Behandlung im Durchschnitt? Wie schnell kann der Katheter zurückgezogen werden?

Die Dauer der Closure Behandlung hängt von dem zu behandelnden Segment ab. Der Verschlußkatheter kann so schnell zurückgezogen werden, wie er die erforderliche Temperatur beibehalten kann. Wird der Verschlußkatheter jedoch schneller als 3 cm pro Minute zurückgezogen, ist das erforderliche Temperatur-Zeit-Verhältnis zur transmuralen Kollagenkontraktion nicht mehr gewährleistet, das zur maximalen Kontraktion und dem Beibehalten der empfohlenen Temperatur von 85°C erforderlich ist.

Haben die Patienten während der Behandlung Schmerzen?

Der Closure-Eingriff ist nicht unbedingt schmerzhaft, allerdings kann ein beunruhigendes Gefühl entstehen. Am besten tolerieren Patienten den Eingriff, wenn sie leicht sediert sind, und sowohl  Zugangsstelle als auch Behandlungsbereich lokal betäubt werden. Manche Patienten gaben ein Gefühl von Hitze oder Wärme während des Verschlusses an.

Wo soll der Zugang zur Vene stattfinden?

Das kommt auf den zu behandelnden Bereich an, normalerweise jedoch über dem Knie oder am Knöchel.

Nachsorge

  • Bei der Folgeuntersuchung des Patienten innerhalb von 72 Stunden nach dem Eingriff sollte sichergestellt werden, daß sich im tiefen System kein Thrombus gebildet hat.
  • Nach dem Closure Eingriff wird häufige Bewegung empfohlen. Weiterhin können für ein bis drei Tage Kompressions-Strümpfe in Knielänge verschrieben werden, besonders nach einer adjunktiven Phlebektomie.
  • Dem Patienten kann außerdem empfohlen werden, sich nicht anzustrengen, nichts Schweres zu heben bzw. einige Tage nach dem Eingriff nicht lange zu stehen.

Kontraindikationen

  • Patienten mit Herzschrittmacher oder internem Defibrillator
  • Patienten mit einem Thrombus im zu behandelnden Venensegment
  • Patienten mit aneurysmatischen Bereichen im zu behandelnden Venensegment
  • Patienten mit einer peripheren Arterienerkrankung, durch einen Ankle-Brachial-Index < 0,9 angezeigt
  • Bei übermäßig kurvigen Venensegmenten können Schwierigkeiten beim Katheter-Zugang entstehen. Behandlungsbereiche sollten sorgfältig ausgewählt und übermäßig kurvige Segmente möglichst vermieden werden. Der CL-504 kann auch für Biegungen mit einem Radius ab 2,5 cm eingesetzt werden, während der CL-812-Katheter auf einen Radius von 5 cm oder mehr beschränkt ist.
  • Aneurysmatische Venensegmente sollten nicht behandelt werden. In klinischen Versuchen hat sich gezeigt, daß gleichmäßiges Schrumpfen an diesen Stellen nicht gewährleistet werden kann.
  • Bereiche, in denen sich die Vene weniger als 5 mm unter der Hautoberfläche befindet, feststellen und markieren. Stellt sich bei der Sonographie heraus, daß sich die Vene weniger als 5 mm unter der Hautoberfläche befindet, ist der Patient nicht für die Behandlung geeignet, bzw. sollte die Haut durch Tumeszenz-Infiltration von Flüssigkeit zwischen Dermis und Vene geschützt werden, so daß im Idealfall mindestens 10 mm Abstand zwischen der Hautoberfläche und der Vene entstehen.

Mögliche Komplikationen

Mögliche Komplikationen können u.a. sein: Gefäßperforation, Thrombose, Lungenembolie, Phlebitis, Hämatom, Infektion, Parästhesie, Hautverbrennungen, Tod.

 Warnung: Bei der Behandlung von Venen nahe der Hautoberfläche können Hautverbrennungen auftreten.

 Warnung: Durch Hitzeschäden der benachbarten Sinnesnerven kann Parästhesie entstehen. Das Risiko einer Parästhesie ist bei der Behandlung an oder unter der Wade größer.