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Ästhetische Brustchirurgie

Sehr verehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

Sie wollen sich einer Brustoperation unterziehen bzw. wünschen Informationen über diesen Eingriff. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Überblick über die gängigen Operationsverfahren und Möglichkeiten der Brustchirurgie informieren. Ziel ist es, Ihnen als Patient eine Art Leitfaden an die Hand zu geben, mit deren Hilfe Sie sich informieren und für oder gegen einen Eingriff entscheiden können. Vorab sollten Sie wissen, dass wir in unserer ästhetisch-kosmetischen Abteilung als Dermatologen keine Brustoperationen durchführen. Natürlich können Sie aber bei uns Adressen von erfahrenen Spezialisten erfragen.

Einleitung

Ein wohlgeformter, voller Busen ist für viele Menschen der Inbegriff von Weiblichkeit. Doch nicht jede Frau ist zufrieden mit ihren weiblichen Formen. Die Gründe hierfür können ganz unterschiedlich sein. Unter Umständen ist durch genetische Veranlagung eine unvorteilhafte Brust entstanden oder Faktoren wie z.B. Schwangerschaft/Stillzeit, starke Gewichtsabnahme, eine Bindegewebsschwäche bzw. der natürliche Alterungsprozess können zu unschönen Veränderungen geführt haben. Vielleicht stimmt auch ganz einfach die persönliche Idealvorstellung mit der Realität nicht überein. Mit verschiedenen Methoden der modernen Brustchirurgie kann in vielen dieser Fälle geholfen werden.

Zu beachten ist, dass eine ästhetische Brustoperation nur dann sinnvoll ist, wenn sie körperlich und emotional gesund sind. Darüber hinaus muss ein pathologischer, also krankhafter Befund in der Brust im Vorfeld der Operation sicher ausgeschlossen sein. 

Techniken der ästhetischen Brustchirurgie

1. Brustvergrösserung (Augmentation)

Eine Verbesserung des Körperbildes, mehr Attraktivität und Selbstbewusstsein durch eine individuelle, ästhetisch ansprechend vergrößerte Brust – eine Wunschvorstellung vieler Frauen, die mit Hilfe der Augmentationsplastik realisiert werden kann.

Hierzu werden modernste Operationsmethoden sowie natürlich geformte, auslaufsichere Silikonimplantate der neusten Generation verwendet. Somit wird eine Vergrößerung der Brust unter Beibehaltung des natürlichen („anatomischen“) Aussehens und eines brustähnlichen Tastempfindens ermöglicht. In folgenden Fällen kann eine Augmentation gewünscht und sinnvoll sein:

  • in Relation zu Körpergröße- und gewicht von Natur aus zu klein angelegte Brüste (Hypoplasie)

  • minimal ausgebildeter Drüsenkörper bei normal ausgebildeten Warzenhöfen (Aplasie)

  • ungleich großen Brüsten (Asymmetrie)

  • schlauchförmiges Aussehen durch Anlagestörung der Brust (tuberöse Brustform)

  • starker Leidensdruck durch eine als subjektiv zu klein empfundene Brust

  • idiopathische Involution (meist nach einer Schwangerschaft)

Eine Brustaugmentation kann seriös nur mit Hilfe eines Brustkissens, sog. Implantate erreicht werden. Früher durchgeführte Eigenfettunterspritzungen in die Brust zur Vergrößerung sollten wegen nicht kalkulierbaren Risiken und Komplikationen nicht mehr durchgeführt werden. Unter den verschiedenen Typen von Implantaten haben sich hinsichtlich der Sicherheit, Zuverlässigkeit, Haltbarkeit und natürlicher Formstabilität die modernen Silikonkissen exzellent bewährt. Bei dieser neuen Generation von Implantaten wird ein Auslaufen (sog. „bleeding“) durch die gel-artige Konsistenz des Silikons verhindert. Darüber hinaus gewährt das Gel eine langfristige Erhaltung der gewünschten Form sowie ein brustähnliches, natürliches Tastempfinden. Eine rauhe Oberfläche des Kissens verringert entscheidend das Risiko einer möglichen Kapselfibrose, die bei älteren Generationen von Implantaten gehäuft beobachtet wurde. Momentan wird von einem etwa 4-5 %igen Risiko einer solchen Fibrose ausgegangen. Darüber hinaus zeigt die wissenschaftliche Forschung immer mehr, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Erkrankungen besteht. Dies wurde durch grosse Studien an renomierten amerikanischen Universitätskliniken bestätigt, die keinen Zusammenhang von Silikonimplantaten und Krebs oder Autoimmunkrankheiten aufweisen konnten.

Das Brustkissen kann sowohl auf (subkutan bzw. subglandulär) als auch unter (submuskulär) dem Brustmuskel platziert werden. Generell gilt nach internationalen Richtlinien die submuskuläre Implantation als Methode der Wahl. Eine endgültige Entscheidung hierüber hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab und sollte in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Operateur und Patient erörtert werden. Hierzu ist die Beurteilung der anatomischen Ausgangssituation sowie eine eingehende Untersuchung unerlässlich. Eine weitere wichtige Entscheidung stellt die Frage nach dem zu wählenden operativen Zugangsweg dar. Dieser ist abhängig von der Anatomie und dem Wunsch der Patientin sowie der Erfahrung des Operateurs. Durch die hierfür erforderlichen Schnitte entstehen zwangsläufig Narben, was der Patientin in einem präoperativen Aufklärungsgespräch dargelegt werden muss. Durch eine sorgfältige gewählte Schnittführung wird der Operateur jedoch versuchen diese so klein und unauffällig wie möglich zu halten. Prinzipiell stehen drei verschiedene Zugangswege zur Platzierung des Brustkissens zur Verfügung:

 

  • über die Achselhöhle (axillär)

  • über die Brustumschlagsfalte (submammär)

  • über den Warzenhof (periareolär)

 

Der axilläre Zugang kommt ohne Narben im Bereich der Brust aus. Der Preis hierfür liegt in einem geringeren Überblick im Operationsgebiet. Dieser ist bei der submammären Inzision hingegen am besten gegeben, geht jedoch mit Narben im Bereich der Brustumschlagfalte einher. Der perioläre Zugang kann bei großen Warzenhöfen gelegentlich Zugang der Wahl sein.

2. Brustverkleinerung/-Straffung (Reduktionsplastik)

Der Weg unter das Messer des Chirurgen mit dem Ziel einer Reduktionsplastik ist nicht immer eine Frage der Ästhetik. Oft überschneiden sich drei verschiedene Indikationsbereiche: Ästhetik, Psyche und Somatik. Üppige oder schlaffe Brüste können eine starke psychische Belastung für die jeweils betroffene Frau darstellen. Auch körperliche (somatische) Beschwerden wie ausgeprägte Rückenschmerzen stellen nicht selten einen Beweggrund für eine Reduktionsplastik der Brüste dar. Hieraus ergeben sich die beiden häufigsten Indikationen:

  • durch Belastung der Wirbelsäule entstandene Rücken-, Schulter- oder Kopfschmerzen

  • psychische Belastung durch übermäßig große, lange bzw. schlaffe oder ungleich geformte Brüste

Bei der Reduktionsplastik gibt es eine Vielzahl von z.T. deutlich differierenden Operationstechniken. Wir möchten an dieser Stelle nicht auf alle Methoden einzeln eingehen, sondern uns lediglich auf die häufigsten beschränken. Diese Auflistung unterliegt selbstverständlich keiner Wertung unsererseits. Neben der Anatomie der Brust spielt bei der Auswahl vor allem die persönliche Bevorzugung einer oder mehrerer Methoden von Seiten des Operateurs die Hauptrolle.

 

Präoperativ wird unabhängig vom Verfahren die Brust im Stehen untersucht und abgetastet. Anschließend werden Höhenstand und Durchmesser der Brustwarzen vermessen. Die genaue Schnittführung wird von der jeweils gewählten Operationstechnik, der Brustgröße, dem Brustvolumen und der ganz individuellen Hautbeschaffenheit gewählt.

 

In den meisten Fällen erfolgt ein Umschneiden der Brustwarze mit einem anschließenden senkrechten Schnitt bis zur Brustumschlagsfalte. Diese Technik nach Lejour begünstigt nur eine Narbe, welche in vertikaler Richtung verläuft. Durch eine ausgedehnte Hautunterminierung wird diese so kurz wie möglich gehalten.

 

Gerade bei sehr großen Brüsten kommt seit Jahren mit Erfolg die Technik nach McKissock zur Anwendung. Durch eine Art Blockresektion von Haut- und Drüsengewebe wird eine vollständige Symmetrie sowie attraktive Brustform erreicht. Der Nachteil dieses Verfahrens liegt in der langen T-förmigen Narbe, die sich auch auf die Brustumschlagfalte erstreckt.

Liegt bei der Patientin lediglich eine mäßige Hypertrophie bei gleichzeitigem gut erhaltenen elastischen Hautmantel vor, so kann die periareoläre Methode nach Brunnert zum Einsatz kommen. Hier entscheidet Ihr Operateur ob diese Technik bei Ihnen sinnvoll und durchführbar ist. Der Vorteil liegt dabei in der Narbe, die lediglich um den Warzenvorhof verläuft und daher sehr unauffällig ist.

Wir möchten zum Abschluss betonen, dass unsere Auflistung der einzelnen Operationsverfahren keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Unser Ziel ist es, Ihnen einen Überblick über das weite Feld der Brustchirurgie zu geben und sie sachlich und kompetent zu informieren. Dies kann jedoch in keinem Fall ein ausführliche Gespräch mit Ihrem Operateur ersetzen. Lediglich ein solches Gespräch kann ein individuelles, auf Sie abgestimmtes Operationsverfahren ermöglichen und Ihnen somit das nötige Vertrauen für einen brustchirurgischen Eingriff verschaffen.