Patientenmerkblatt

Faltentherapie

 

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

Ihr behandelnder Arzt hat Sie über die Möglichkeit zur Behandlung mimisch bedingter Falter mit Botulinumtoxin A informiert. Diese Patientinformation soll bei der Beantwortung einiger Fragen hierzu behilflich sein. 

Wie wirkt Botulinumtoxin-A gegen Falten?

Botulinumtoxin-A ist ein natürlich vorkommendes Bakteriengift, dessen Wirkung auf einer Blockade von bestimmten Nervenimpulsen beruht. Wird es in den Muskel gespritzt, blockiert es die dorthin geleiteten Nervenimpulse, so daß der entsprechende Muskel nicht mehr wie gewohnt angespannt werden kann. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden dadurch nicht beeinflußt.

Botulinumtoxin-A wird seit Jahren als zugelassenes Medikament beim Menschen zur Entspannung von Muskelverkrampfungen eingesetzt. Der Einsatz bei mimisch bedingten Falten erfolgt allerdings außerhalb der medizinischen Indikation. Es dient ausschließlich der kosmetischen Korrektur dieser Falten. Durch die gezielte Hemmung bestimmter Gesichtsmuskeln kann dort ein Verstreichen der Faltenbildung erzielt werden. Die Wirkung hält in der Regel zwischen 3 und 7 Monaten an, so daß für einen nachhaltigen Effekt in der Regel Wiederholungsbehandlungen erforderlich sind.  

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei jeder anderen Einspritzung in die Haut kann es in seltenen Fällen zu einer Hautreizung, einer Infektion, zu einer leichten Schwellung oder zu einem kleinen Bluterguß kommen. Deshalb sollte eine Woche vor der Behandlung weder Aspirin noch irgendein anderes blutverdünnendes Medikament eingenommen werden. Bei ungleichmäßiger Wirkung kann vorübergehend ein unebenmäßiger (asymmetrischer) Gesichtsausdruck entstehen; so daß eine Korrektur, das heißt ein Nachspritzen des Medikamentes innerhalb der nächsten Tage erforderlich sein könnte. Bei ausgeprägter Wirkung im Augenbrauenbereich kann es in seltenen Fällen zu einer vorübergehenden Absenkung des Oberlides kommen.

Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit

Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur Gefährdung in der Schwngerschaft durchgeführt. Erfahrung beim Menschen währen der Schwangerschaft und der Stillzeit liegen nicht vor. Clostridium botulinum Toxin darf während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Sollte eine Behandlung bei Frauen im gebärfähigen Alter notwendig sein, muß vor Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, muß abgestillt werden.

Anwendung bei Kindern

Da bisher keine klinischen Erfahrungen bei Kindern vorliegen, darf Botulinumtoxin-A bei Kindern nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Botulinumtoxin-A ist bei gleichzeitiger Verabreichung von Wirkstoffen, welche die neuromuskuläre Übertragung beeinträchtigen bzw. den Muskultonus herabsetzen, kontraindiziert. Insbesondere wird auf Wechselwirkungen mit Antibiotika aus der Aminoglykosid-Gruppe wie Streptomycin, Neomycin, Gentamycin, Kanamycin sowie auf Spectinomycin hingewiesen. Solange die Wirkung von Botulinumtoxin-A anhält, sollten die Antibiotika Tetrazykline und Lincomycin nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden.