Patientenmerkblatt

Laser-Therapie

Was ist ein Laser?
Das Wort LASER ist eine Abkürzung für "Light Amplification Stimulated Emission Radiation" (engl.) und beschreibt einen sehr energiereichen Lichtstrahl von definierter Farbe.

Mit verschiedenen anregbaren Gasen lassen sich Laser mit unterschiedlicher Farbe oder Wellenlänge bauen (infrarot: CO 2-Laser, Nd: YAG-Laser, gelb-grün: Farbstofflaser, blau-grün: Gefäß-Laser, violett: Excimerlaser), die in Abhängigkeit von physikalischen Parametern des Laserstrahles (Farbe/Wellenlänge [nm], Intensität [_Watt/cm²], Pulslänge [ms]) und der Hautbeschaffenheit (Dicke der oberen Hautschichten, Lokalisation, Farbe und Wärmeleitfähigkeit der behandelten Hautstrukturen, z. B. Bindegewebe, Haare, Talg- und Schweißdrüsen, Gefäße) eine Verschorfung, Verbrennung oder Verdampfung hervorrufen. Die individuelle Behandlungsdosis muß vom behandelnden Arzt durch Probelaserung ermittelt werden. Sofern die gewählte Dosis ausreichend war, werden die Veränderungen in den gelaserten Arealen nicht mehr sichtbar sein. Nach der Lasertherapie finden in der Haut normale Umbau- und Reparaturprozesse statt.



Wir möchten Ihnen am Beispiel eines Lasers, den wir zur Gefäßtherapie benutzen die Wirkung erklären:

Der Gefäß-Laser zerstört in optimaler Dosierung überwiegend Blutgefäße.-> Nimmt man zwei Luftballons, einen roten und einen grünen und steckt den roten in den grünen hinein, und schießt dann mit einem Gefäß-Laser auf diese Luftballons, so platzt zuerst der innere, rote Luftballon. Wurde die Energiedichte des Laserstrahles gut gewählt, bleibt der äußere, grüne Luftballon erhalten. Dieses Experiment zeigt, daß der Gefäß-Laser relativ selektiv rote Strukturen zerstören kann, vorausgesetzt die Energiedichte ist nicht zu hoch. Da der Gefäß-Laser nur 2 mm tief in die Haut eindringt, eignet er sich besonders für oberflächliche Gefäßerweiterungen (Gefäßbäumchen) und – neubildungen ( Feuermale). Auch die Behandlung von Pigmentflecken und Tätowierungen basiert auf einem ähnlichen Prinzip. Auch hier wird relativ selektiv eine bestimmte Farbe behandelt.

Ganz anders wirken die sogenannten "ablativen" Laser. Hierbei handelt es sich um die CO2 und Erbium Laser. Hierbei wird Haut mit sehr hoher Energie abgetragen. Dies aber ohne wesentliche Schäden in der Tiefe zu setzen. Je nach Energiedichte die man Einsetzt können dies wenige Mikrometer oder ein halber Millimeter sein.

 

 

 

Laser in der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität und ihre Einsatzgebiete

Ultragepulster CO2-Laser und gepulster Erbium YAG-Laser

Indikationen:

  • Skinrefreshing (kleine Fältchen, Teint-Auffrischung, Porenbild verbessern)
  • Adenoma Sebaceum
  • Warzen
  • Aknenarben
  • Becker Naevi
  • Café au Lait-Flecken
  • Angiofibrome
  • Epidermale Naevi
  • Exophytische Narben, Narben mit Stufenbildung
  • Asteoma Cutis
  • Lentigines (simplex, senilis, solaris)
  • Naevi spilii
  • Syringome
  • Xanthelasmen
  • Keratosen (aktinische, seborrhoische, solare)
  • Blepharoplastik
  • Rhinophymabtragung
  • zum Verblenden einer Hauttransplantation im Randbereich

 

Versa-Pulse-Laser mit verschiedenen Wellenlängen

 

Technische Daten des Versa Laser - Das Gerät enthält VIER Laser:

Lasertyp: Festkörper, gepulst, internes Kühlsystem

Wellenlänge:      QS 1064 nm           QS  755 nm               QS  532 nm              VP 532 nm

 

Indikationen:

vaskuläre Läsionen:

  • Hämangiome
  • Couperose
  • Teleangiektasien
  • Naevus araneus
  • Naevus flammeus
  • feine Besenreiser

pigmentierte Läsionen:

  • Lentigines
  • Café au Lait-Flecken
  • Naevus Ota
  • Naevus Becker

Tätowierungen:

  • alle Farben wie schwarz,
  • blau, rot, grün, braun,
  • orange, gelb

 

Light Sheer Diodenlaser

 

Indikationen:

 

Enthaarung dkl. Haare bei Hauttyp I-IV

  • Bauch- und Rückenhaare
  • Gesichtshaare
  • Bartkonturen
  • Achselhaare
  • Bikinizone

 

 

Wichtige Hinweise vor der LaserBehandlung:

Sie sollten Ihren Laser-Arzt unbedingt über folgende Allgemeinzustände/Krankheitsbilder Ihrer Person vor der Behandlung informieren:
 

  • vorhandene Allergien
  • Hauterkrankungen
  • Innere Erkrankungen wie z.B. Diabetes Mellitus (Zucker), Epilepsie, etc.
  • welche Medikamente Sie einnehmen

 

Hautbräunungscremes sollten vor und während der LaserTherapie (meist 1- 4  Sitzungen) nicht angewendet werden Die zu behandelnde Hautpartie sollte möglichst blass sein, das heißt: keine Restbräune vom Urlaub, Sonnenstudio oder von Bräunungscreme.

 

Allgemeine Verhaltensregeln während der Laser-Therapie

1.Die Kruste (ca. 2. – 4. Woche nach ablativer Lasertherapie) muß von alleine abfallen, weil sonst eine Narbe entsteht! War die Energiedichte ausreichend, wird das zerstörte Gewebe als Kruste hindurchgeschleust und anschließend die Haut wieder verschlossen. Während dieses Vorganges dürfen Sie die Kruste nicht „abknibbeln“, da sonst der Durchschleusungsvorgang mit einer Narbe endet. Während des Krustenstadiums sollten die gelaserten Areale nicht zu lange mit Wasser in Kontakt kommen (Vollbäder), da diese sich sonst infizieren können. Auch sollte auf Cremes verzichtet werden, da hier das vorzeitige Ablösen der Krusten beschleunigt werden könnte.
Durch Ihr Verhalten können Sie die Narbenbildung, und damit das kosmetische Ergebnis nach Abfallen der Krusten wesentlich beeinflussen.

2.Direkte UV-Exposition (z. B. Sonne) für mindestens sechs Wochen nach jeweils letzter Laserbehandlung meiden!
Während der Krustenperiode finden an dieser Hautstelle Umbauprozesse statt. Es ist jedoch bekannt, daß immer dann, wenn Umbauprozesse ("Baustellen") an der Haut auftreten, nicht vorhersagbar ist, wie die empfindlichen Pigmentzellen in der Haut bei zusätzlicher Reizung mit Licht reagieren werden. Dieser Umbauprozeß ist nach sechs Wochen abgeschlossen. Die Gefahr der Über- oder Unterpigmentierung besteht übrigens bei jeder Narbe, unabhängig von der Lasertherapie!
Eine direkte UV-Exposition muß deshalb für mindestens sechs Wochen gemieden werden, einen Umstand, den Sie bitte vor dem Urlaub bei der Wahl der Lasertherapietermine berücksichtigen. Wird eine Laserbehandlung in einer ungeschützten Hautregion (z. B. Gesicht) durchgeführt, sollte die Lasertherapie besser im Hebst/Winter (sonnenarme Jahreszeit) durchgeführt werden. Ein Pflaster ist übrigens kein Sonnenschutz sondern nur ein Sichtschutz!

 

 

 

 

         Spezielles zum Laserskinresurfacing miitels  ERBIUM-YAG bzw. CO2-LASER

 

 Wir bitten Sie, folgende Pflegehinweise nach der UltraPulseLaserbehandlung zu beachten:

 

 

LaserSalbe:
Tragen Sie die LaserSalbe alle 30 Minuten auf die behandelten/gelaserten Stellen gleichmäßig dünn auf.
Verwenden Sie in der 1. Woche Laser Salbe I; in der 2. Woche Laser Salbe II (Zeitraum insgesamt 14 -16 Tage).

Tabletten:
Nehmen Sie alle 3 Stunden eine Tablette 'Aciclostad'. (9:00 Uhr, 12:00 Uhr, 15:00 Uhr, 18:00 Uhr, letzte Einnahme 21:00 Uhr) über 5 Tage. Bitte brauchen Sie die ganze Packung 'Aciclostad' vollständig auf.

Reinigung:
Tupfen Sie einmal täglich die gelaserten Hautpartien mit in NaCl-Lösung getränkter Mullkompresse ab. Vergessen Sie jedoch nicht, im Anschluß an die Reinigung das Gesicht wieder mit der LaserSalbe  einzucremen. Sie sollten sich auch einmal am Tag die Haare mit BabyShampoo waschen, um eventuellen Infektionen vom Haaransatz her vorzubeugen.
 

Die Beachtung dieser Hinweise unterstützt den Heilungsprozeß nach der Laserbehandlung und gewährleistet einen maximal erfolgreichen.

Für die Reinigung Ihres Gesichtes nach der Laserbehandlung, besorgen Sie sich bitte rechtzeitig vor Ihrem Termin bei Ihrer Apotheke folgendes:

  • NaC1Lösung 0,9 %              2 Liter Flasche mit Schraubverschluß
  • 100 Stück sterile Mullkompressen 10 x 10 cm, 12fach

Für Ihren Sonnenschutz empfehlen wir Ihnen zum Beispiel:

                                   * Anthelios 30 +

oder                            * Avene 50

oder                            * Daylong ultra 25

 

Diese Produkte sind ebenfalls in Ihrer Apotheke erhältlich.

Patientinnen, die Makeup verwenden, sollten in den nächsten 6 Wochen nach der Behandlung nur hypoallergenes Makeup verwenden, da es bei normalem Makeup, durch Duftstoffe und Konservierungsmittel, zu Reizungen der Haut kommen kann.

 


 Spezielles zur VERSA LASER-BEHANDLUNG

 

Die VersaLaserBehandlung ist fast schmerzlos. Eine Narkose oder örtliche Betäubung ist deshalb nicht notwendig. Man empfindet die Laser Behandlung wie schnelle feine Nadelstiche. Sollten Sie besonders schmerzempfindlich sein, kann ein Arzt Ihnen auf Wunsch zur Linderung des Behandlungsempfindens eine Hautbetäubungssalbe (z.B. "EMLA") auf Privatrezept verschreiben. Diese Salbe wird 1 bis 2 Stunden vor der Behandlung auf die entsprechenden Stellen aufgetragen und sofort mit Frischhaltefolie dicht abgedeckt. Diese Verpackung nennt man medizinisch einen Okklusionsverband, der bis zur endgültigen LaserBehandlung getragen werden soll.

 

Nach der Laser Behandlung wird die behandelte Haut für 20 Minuten z. B. mit sogenannten CoolPacks oder Kühlgebläse gekühlt. Dies lindert die Reizempfindung und unterstützt gleichzeitig den gefäßverengenden Effekt des Lasers. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, diese Kühltherapie am Behandlungstag auch zu Hause nochmals zu wiederholen. Kälte Packungen hierfür sind in jeder Apotheke erhältlich. Sie können aber ersatzweise auch eine Tüte gefrorene Erbsen in ein Baumwolltuch eingewickelt für ca. 20 -30 Minuten auf die behandelten Stellen legen.

Nach der VPWLaserBehandlung kann die Haut ca. 24- 48 Stunden etwas gereizt und besonders empfindlich sein. Eventuell treten an den behandelten Hautpartien leichte Schwellungen und Rötungen auf, die aber bald wieder abklingen. In seltenen Fällen kann es auch zu Krustenbildung kommen.

 

  • In jedem Fall sollte man die behandelten Hautpartien für ein paar Tage schonen:
  • 3-4 Tage keine enganliegende Kleidung tragen
  • keine Peelingmasken oder -cremes verwenden
  • nicht rasieren
  • bei Juckreiz auf keinen Fall kratzen oder scheuern, besonders dann nicht, wenn Krustenbildung vorhanden
  • Sonnenschutz durch Kleidung oder Sonnencremes (hoher Schutzfaktor! z.B. 'DAYLONG')
  • Vorsicht bei Aktivitäten, die die Hautdurchblutung stark fördern wie: Sauna, sehr heißes Baden oder Duschen, Jogging, Aerobics und andere Sportarten (eventuell) für einige Tage, je nach Heilungsprozessverlauf, aussetzen)

Durch Einhaltung dieser Schutz und Vorsichtsmaßnahmen wird gewährleistet, daß Ihre Haut maximal von der Laserbehandlung profitieren kann.

Weitere Tips und Hinweise

Am Abend bzw. am Tag nach der Laserbehandlung können Sie wieder duschen (nicht zu heiß!), dabei die behandelten Stellen nur leicht trockentupfen, auf keinen Fall stark abreiben.

Nach dem Duschen können Sie Ihre Haut mit den üblichen, vorzugsweise parfümfreien Cremes, Salben oder Lotionen pflegen. Wenn Sie sich normalerweise nicht eincremen, benötigen Sie auch in diesem Fall keine Extrapflege.

Makeup und Schminke darf am Tag nach der Behandlung schon wieder aufgetragen werden.

Es kann vorkommen, daß bei einigen Patienten eine vorübergehende Hyperpigmentierung (Dunkel/Braunfärbung) oder Rötung der behandelten Hautpartien auftritt. Diesen Heilungsprozeß können Sie z. B. wie folgt kaschieren:

  •      an den Beinen mit blickdichten Strümpfen
  •      im Gesicht mit ausgleichendem Makeup

Die LaserBehandlung bei Besenreisern ist im Vergleich zur herkömmlichen Verödung verletzungsfrei und ohne Blutung. Die behandelten Stellen müssen anschließend auch nicht komprimiert werden (kein Stützverband).

Haben Sie noch weitere Fragen ? Dann wenden Sie sich vertrauensvoll an uns.

 

ggã Dieser Beitrag wurde von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische und Experimentelle Dermatologie sowie der Fortbildungsakademie Rhein-Ruhr erstellt.

 


Erbium Laser 

UltraPulse 

 

VersaPulse 

LightCheer 

Die Bilddatenbank ist Eigentum der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum