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Patientenmerkblatt |
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Haarausfall |
| Das Haar wächst
mit einer Geschwindigkeit von ca. 0,34 mm am Tag aus der Haarwurzel. Es
besteht aus einem Eiweiß (Keratin) und hat drei Schichten: Mark, Rinde
und Kutikula. Die Haarfarbe kommt durch die Einlagerung von Pigment
(Melanin) in unterschiedlicher Menge zustande. Jede Haarwurzel durchläuft
dabei einen vom Nachbarhaar unabhängigen Zyklus aus Wachstum, Ruhephase
und Haarausfall. Außer genetischen Faktoren spielen beim Wachstum und
Verteilung der Haare männliche und weibliche Geschlechtshormone eine
wichtige Rolle. Zur Diagnostik werden die ausgefallenen Haare gezählt
und an ausgerissenen Haaren die Haarwurzeln und die Beschaffenheit des
Haares selbst mikroskopisch untersucht.
Die Haarwurzel ist auch gegenüber bestimmten von außen zugeführten Stoffen empfindlich. Es kommt spontan oder schleichend zu einer Ausdünnung des Haarkleides. Als Verursacher kommen zahlreiche Medikamente wie z.B. Fettsenker, die "Pille", Schilddrüsenmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika u.v.m) oder Chemikalien (Schwermetalle) in Frage. Nach deren Absetzen wachsen die Haare meist wieder nach. Ganz besonders häufig ist der männliche Haarausfall. Umfang und Verlauf hängen von der individuellen Veranlagung, dem Alter und den männlichen Sexualhormonen ab. Je später der Haarausfall einsetzt, desto langsamer ist der Verlauf. Der Haarausfall beginnt dabei bei den Geheimratsecken. Am Hinterkopf entsteht eine kahle Stelle (Tonsur). In der nächsten Phase fließen diese Bereiche durch Lichtung des Scheitels zusammen bis nur ein hufeisenförmiges Haarband übrigbleibt. Eine ursächliche Behandlung des männlichen Haarausfalls ist heute immer noch nicht möglich. Die Beeinflussung des Hormonhaushaltes würde zwar eine Besserung versprechen, kommt aber wegen der erheblichen Nebenwirkungen nicht in Frage. Verschiebt sich bei Frauen das hormonelle Gleichgewicht zugunsten der männlichen Geschlechtshormone, kommt es ebenfalls zum Haarausfall. Dieser hat bei gleicher Ursache ein anderes typisches Verteilungsmuster. Es kommt zu einer diffusen Ausdünnung im Scheitelbereich. Der gesamte Verlauf ist langsamer und meist nicht so schwer. Haarwasser mit weiblichen Geschlechtshormonen oder eine bestimmte Sorte der "Pille" können langfristig zu einer Verbesserung führen. Der kreisrunde Haarausfall beginnt im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt. Besonders häufig handelt es sich um Allergiker, Zucker- und Schilddrüsenkranke. Ferner tritt eine familiäre Häufung auf. Er ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte meist kleine Kahlstellen. Die Kopfhaut ist äußerlich unverändert. Nach Wochen oder Monaten kommt es zu einer spontanen Wiederbehaarung. Nur selten wird der ganze Kopf oder Körper befallen. Dann ist der Haarverlust bleibend.
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