Patientenmerkblatt

Sonnenbank/Solarium

Die Haut ist das größte und nervenreichste Organ des Menschen ‑ man sollte also sehr sorgfältig mit ihr umgehen.

Besonders in der dunklen Jahreszeit ist das Bedürfnis nach Wärme und Licht groß. Da die klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa diesem Bedürfnis oft nicht entsprechen, werden in zunehmendem Maße Sonnenstudios in Anspruch genommen. Ohne Folgen für die Haut bleibt das nicht.

Vorweg: Sonne ist für den Menschen lebensnotwendig. Durch Sonne werden Stoffwechselprozesse des menschlichen Körpers angeregt, sie ist für die Vitamin D‑Bildung wichtig. Sonne hat bei unterschiedlichsten Hauterkrankungen eine heilende Wirkung.
Entscheidend ist ‑ wie bei vielen Dingen ‑, das „Wieviel".

Unabhängig ob nun Sonne oder Sonnenbank: Die Intensität und die Dauer der Bestrahlung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Hauttypen bestimmen die Wirkung auf das Organ Haut.

Bei Solarien muß sich die Haut überwiegend mit UVA‑Strahlen auseinandersetzen, es fehlen weitgehend die UVB‑Strahlen, die zu einer Verdickung der oberen Hautschicht führen und eine sogenannte „Lichtschwiele" bilden. Durch diese fehlende Lichtschwiele entfällt ein nicht unwesentlicher natürlicher Lichtschutz. Vorzeitige Hautalterung und Altersflecken werden so gefördert, auch Hautkrebs kann die Folge sein.

Um sich vor UV‑Strahlen zu schützen, verfügt die Haut über einige Schutzfaktoren. Hier ist zunächst der Farbstoff „Melanin" anzuführen, der allerdings, bestimmt durch den Hauttyp, ganz unterschiedlich stark von der Haut produziert wird. Melanin führt zur Hautbräunung, die wiederum ein Schutzschild gegen die schädlichen Strahlen darstellt. Jede Bräunung der Haut ist eine Abwehrreaktion auf zu viel Strahlen.

Sonnenstudios stehen unterschiedliche Geräte ‑ Typen zur Verfügung. UVA‑Bestrahlung verbrennt die Haut zwar nicht, sie dringt aber tief ein. Geräte mit einer zu intensiven Strahlung sollten ärztlichen Praxen vorbehalten bleiben.

Von Bedeutung bei den eingesetzten Geräten ist auch die regelmäßige Wartung. Vorliegende, nicht beachtete Defekte können Verbrennungen verursachen.

Die Belastung der Haut durch Sonne und Sonnenbank insgesamt sollte jährlich 50 Sonnenbäder nicht überschreiten. Durch wirksame Sonnenschutzmittel, rechtzeitig vor dem Sonnenbad aufgetragen, kann ein guter Schutz erreicht werden. Dieser Sonnenschutz muß immer auch auf den entsprechenden Hauttyp abgestimmt sein. Bei Sonneneinwirkung ist angemessene Kleidung zu empfehlen.

Der Dermatologe wird ein guter Ratgeber sein. Hören Sie auf ihn.