Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft im Internet

 
 

Dieses Werk zur Geschichte der deutschsprachigen Dermatologie wurde aus Anlass des 120-jährigen Bestehens der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft herausgegeben. Es soll die Entwicklung des Faches, die Bedeutung von Klinik und Forschung der deutschsprachigen Dermatologie in Mitteleuropa und über dessen Grenzen hinaus, sowie die politischen Ereignisse der vergangenen Zeiten, die auf das Fach Einfluss genommen haben, in einem zweisprachigen Werk umfassend widerspiegeln. Den Alten und den Jungen in der internationalen medizinischen Fachwelt und dem Nachwuchs in der Dermatologie wird es ein medizinhistorischer Meilenstein sein.




A. Scholz et al.: Geschichte der deutschsprachigen Dermatologie. Deutsche Dermatologische Gesellschaft 2009, Wiley-Blackwell, ISBN 9783000267840


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Rezensionen:

120 Jahre DDG - ein Prager Frühling
Aus Anlass des Jubiläums der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft wurde der gewichtige Band "Geschichte der deutschsprachigen Dermatologie" an die Mitglieder der Gesellschaft überreicht. Unter dem strengen Regiment des Koordinators, Prof. Dr. Harald Gollnick, Magdeburg, und fachkundiger Edition der Professores Albrecht Scholz, Dresden, Karl Holubar, Wien, und Günter Burg, Zürich, konnte das deutsch-englische Werk pünktlich abgeschlossen werden.
Der 19. April 1889 kann als Gründungsdatum der DDG gelten. An diesem Tag wurden der Polizeidirektion in Prag - damals unter österreichischem Recht - die Statuten des Vereins angezeigt.
Allerdings hatte bereits 1885 im Rahmen der 58. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte in Straßburg erstmals eine eigene "Sektion Dermatologie und Syphilidologie" von sich reden gemacht. Schon ein Jahr zuvor hatte der Vorstand der Universitäts-Hautklinik Eduard Lipp einen Zusammenschluss der "Fachgenossen deutscher Zunge" angeregt.
Nach der 1857 gegründeten Fachgesellschaft der Augenärzte sowie der Gesellschaften für Chirurgie (1872) und für Innere Medizin (1882) war die dermatologische die vierte Spezialität, die sich Institutionalisierte. Die ausführliche und durch umfassende Literatur belegte Geschichte des Fachs samt seiner Subspezialitäten wie Mykologie und Geschlechtskrankheiten wird in Monografie dargestellt. Und noch mehr: Deutschsprachig war zunächst auch die Dermatologie in Ungarn, Polen und etlichen Balkanländern. Ein abschließendes Kapitel widmet sich der engen, fachlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland.

Dr. Ulrike Röper, ÄP DermatologieAllergologie 3_2009, Seite 11

 

 

Forum - Buchbesprechung

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) beging ihren Gründungsakt 1889, also vor 120 Jahren. Wer stand hinter dieser Idee, was waren die nationalen deutschsprachigen Belange der damaligen Zeit und  darum gab es im Juni 1889 im Deutschen Casino in Prag die Begrüßung und den Abschied des ersten Treffens, um wenige Monate später die Fachgesellschaft in der gleichen Stadt zu gründen?

Der Weg von den Ursprüngen bis zum heutigen Tage ist, stets im Vergleich zu anderen Ländern in Europa und Nordamerika, nun aufgezeichnet worden. Dazu liegt ein 746 Seiten umfassendes Buch vor: Geschichte der Deutschsprachigen Dermatologie / History of German Language Dermatology mit zahlreichen, teilweise bislang nicht veröffentlichten Schwarz-Weiß-Abbildungen. Das Werk ist zweisprachig in Spaltenbreite deutsch
und englisch gehalten, was einerseits in der der Fachgesellschaft ureigenen Sprache, zugleich aber auch in der heutigen lingua franca, der Weltsprache Englisch, geschieht.

Fünf Namen sind mit dem Buch der Historie verbunden: Albrecht Scholz (Dermatologe und Medizinhistoriker für Deutschland), Karl Holubar (Dermatologe und Medizinhistoriker für Österreich) und Günter Burg  Dermatologe mit ausgewiesenen Meriten in der Medizinhistorie für die Schweiz) sind die Herausgeber. Walter Burgdorf (Dermatologe in den USA und Deutschland) ist der Co-Editor und besorgte die englische Übersetzung bis auf die von Karl Holubar selbst übersetzten Beiträge. Harald Gollnick, Altpräsident der DDG, ist Koordinierender Herausgeber.

Warum erschienen zum 120. und nicht 125. Geburtstag unserer Gesellschaft, mag man fragen. Es gibt wohl zwei Gründe: Wer eine Vision hat, setzt sie um. Sicherlich wollte man auch die medizinhistorischen Experten, die allesamt seit einiger Zeit in Ruhestand sind, zur qualitätsgarantierenden Mitarbeit bringen, was auch glücklich gelungen ist.

Nun zum eigentlichen Buch. Ich habe jede der 746 Seiten gelesen und mich von der faszinierenden Vergangenheit der schönsten Frau unter den medizinischen Spezialitäten, der Dermatologie, erneut beeindrucken lassen.
Den Auftakt bilden die langen Beiträge zur Institutionalisierung in Deutschland (Albrecht Scholz), in Österreich (Karl Holubar) und in der Schweiz (Günter Burg und Michael Geiges). Das ist das Filetstück des Buches, wo unsere Kollegen und Freunde ihre Virtuosität zeigen. Vieles ist detailliert dargestellt wie beim Mikroskopieren mit starker Vergrößerung. Wer dort zu lesen anfängt, sollte zunächst die  Übersichtsvergrößerung“ benutzen, um nicht den Faden zu verlieren. Es ist aber schlechthin die Quelle für denjenigen, der sich ernsthaft mit der Geschichte unseres Faches befassen will.

In Teil II wird die Wissenschaftsgeschichte der Fachbereiche geschildert: Schwerpunkte der externen und internen Therapie; Histopathologie; Allergologie, Kontaktekzem und Berufsdermatosen; Operative Dermatologie, Kryotherapie und Phlebologie; Mykologie; Strahlentherapie; Geschichte der Geschlechtskrankheiten im 19. und 20. Jahrhundert; Hauttuberkulose; sowie Andrologie.

In Teil III geht das Buch über die Grenzen, da von dort wesentliche Impulse im 19. und 20. Jahrhundert ausgegangen sind: Polen (Rafal Bialynicki und Eugeniusz Baran); Böhmische Länder und tschechisch-deutsche Beziehungen (Petr Arenberger und Daniela Kulichová); Slowakei (Peter Osuský und Juraj Péˇc); Ungarn (Mathias Bàló-Banga und Lajos Kemény); Kroatien (Stella Fatovi´c-Ferenˇci´c); Slowenien sowie Bosnien und
Herzegowina (Aleksey Kansky); und Litauen (Skaidra Valiukeviˇcien.e und Asta Lignugarien.e).

Im abschließenden Teil IV geht der Blick weiter in die Welt hinaus: Europäische dermatologische Verbände (Harald Gollnick); Weltkongresse des ICD und der ILDS (Constantin Orfanos); sowie der Frühen Geschichte von IDC und ILDS (Karl Holubar und Anna Tuneu); deutsch-amerikanische Beziehungen (David Bickers und Walter Burgdorf ); sowie Japan (Hiroaki Ueki). Zahlreiche Tabellen zu Kliniken, Dermatologen und  Quellenangaben nach jedem Kapitel sowie noch einmal am Ende des Buches sind für die Liebhaber der Dermatologiegeschichte eine wahre Fundgrube. Ein ausführliches Namensregister und Sachregister bilden den
Abschluss.

Manche Details sollte man mitteilen: Das Buch wurde anlässlich der 45. Jahrestagung der DDG in Dresden jedem Mitglied unserer Fachgesellschaft kostenlos überreicht. Damit ist es flächendeckend an die Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie an die vielen Mitglieder in anderen Ländern, Ehrenmitglieder sowie Korrespondierende Mitglieder in aller Welt gelangt. Das ist sicherlich eine noble
Geste gewesen, wenn man an die Finanzierung einer solchen Unternehmung denkt. Damit werden die früheren, viel kleineren Werke: Zur Geschichte der Deutschen Dermatologie / On the History of German
Dermatology (Herausgeber: Herzberg JJ und Korting GW, 1987) und Geschichte der Dermatologie in Deutschland (Herausgeber: Scholz A, 1999) abgelöst beziehungsweise ergänzt.

Im internationalen Konzert medizinhistorischer Werke reiht sich das hier vorgestellte Buch würdig zu anderen eindrucksvollen Bänden: La Dermatologie en France, das von Daniel Wallach und Gérard Tilles betreut zum Weltkongress (CMD) im Jahre 2002 in Paris überreicht wurde und als Übersetzung ebenfalls in englischer Sprache als ein separates Buch erschienen ist. Oder zum ebenfalls üppigen Band: Historia de la
Dermatología Latinoamericana (herausgegeben von Ricardo Galimberti, Adrián Pierini und Andrea Cervini), das uns beim Weltkongress (CMD) in Buenos Aires im Jahre 2007 geschenkt wurde.
Hätte man Anregungen zu geben, würde ich folgende nennen: Stark, sicher und zeitlos sind die Beiträge, die sich zu der klassischen, also jetzt aus der Perspektive betrachteten Fachgeschichte finden. Dort, wo die aktuelle Tagessituation geschildert wird, muss erst das Gewicht der Geschichte hinzukommen. Es wäre dem Titel des Gesamtwerkes Geschichte der deutschsprachigen Dermatologie besser entgegengekommen.
Schließlich ist das Papier zwar säurefrei, aber chamois und nicht weiß. Die zum Teil wunderbaren Dokumente und Abbildungen wären technisch besser darzustellen gewesen.

So kann man der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, dem Präsidium und Vorstand und natürlich allen Autorinnen und Autoren nur herzlich gratulieren, uns allen ein solches Präsent gemacht zu haben.
Das Buch ist nicht im Handel, sondern nur über die Deutsche Dermatologische Gesellschaft zu bestellen: 25,00 Euro plus Versandgebühren (7,00 Euro in Deutschland).Versand des Buches gegen Vorkasse.

Kontaktanschrift: j.kocerka@derma.de oder:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft,
Robert-Koch-Platz 7,
10115 Berlin.

Gerd Plewig, München, JDDG 9.2009 (Band 7), S.814-815, Forum-Buchbesprechung