Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft im Internet

 
 
 

26.05.10

Wichtige Weichenstellung für eine verbesserte Prävention

Unfallversicherungsträger werten dermatologische Diagnostik bedeutend auf

Zum 1. Mai diesen Jahres wurde die Gebührenordnung für Ärzte für die Leistungs- und Kostenabrechnung mit den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern (UV-GOÄ) im Bereich der berufsdermatologischen Leistungen geändert. Es handelt sich um eine Gebührenanhebung, die Professor Swen Malte John von der Universität Osnabrück, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD), als die „stärkste und wichtigste überhaupt“ bezeichnet. 

 

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft, vertreten durch die ABD, und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen konnten in langen konstruktiven Verhandlungen mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung den Beweis erbringen, dass eine qualifizierte berufsbezogene allergologische Diagnostik sowie therapeutische Leistungen mit einem erheblichen zeitlichen und materiellen Aufwand verbunden sind. So konnten aus wirtschaftlichen Gründen diese Leistungen oft nicht erbracht werden. „Die qualitätsgesicherte dermatologisch-allergologische Diagnostik und die frühzeitige fachärztliche Therapie sind aber die Voraussetzung  für effektive Prävention.“, erklärt Professor John.

 

Die Neuregelungen der Gebührenordnung betreffen therapeutische Leistungen wie Iontophorese und lokale PUVA-Therapie; hier wurden die Gebühren verdoppelt. Noch deutlichere Anhebungen erfolgten im Bereich der Epikutantestungen. Bei Allergietestungen für Testsubstanzen, die bereits kommerziell erwerbbar sind, beträgt die Steigerung mehr als das Dreifache. Bei Testungen von Berufsstoffen, die wesentlich aufwendiger sind, sogar auf mehr als das 5-fache. Durch die Gebührensteigerung machen die Unfallversicherungsträger deutlich, wie wichtig eine qualifizierte dermatologische Diagnostik ist: Menschen kann so die Gesundheit und der Arbeitsplatz erhalten werden. Gleichzeitig werden der Solidargemeinschaft Kosten erspart. Vielleicht kann diese erfreuliche Entwicklung der Anlass sein, das Versorgungsangebot in der Dermatologie noch mehr als bisher auf präventive Leistungen auszurichten.

 

Wie wichtig diese Anstrengungen sind, belegen mehrfache Analysen und Studien. Europaweit betreffen mehr als ein Viertel aller beruflichen Erkrankungen die Haut. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten werden dabei auf 5 Milliarden € jährlich geschätzt. Besonders betroffen sind Klein- und Mittelständische Unternehmen. Die European Academy of Dermatology und Venereology (EADV) hat in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Ende 2009 eine entsprechende Kampagne im europäischen Parlament eröffnet. Unter dem Motto „europrevention/healthy skin@work“ werden 2010 in ganz Europa interdisziplinäre Veranstaltungen durchgeführt. In Deutschland wird vom 20. bis 24. September die „Woche der Berufsdermatologie“ stattfinden. Alle wichtigen dermatologischen Fachgesellschaften unterstützen diese Kampagne in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

 

Studienergebnisse aus verschiedenen Ländern belegen den Erfolg von gezielten Präventionsmaßnahmen an Risikoarbeitsplätzen. Dermatologische Früherkennung sowie Schulungen (“Hautschutzseminare") haben sich dabei als grundlegend erwiesen. Ein besonderer Risikofaktor, so Professor John, sei der Informationsmangel, der an den meisten Arbeitsplätzen anzutreffen ist. In ganz Europa besteht hier Nachholbedarf.


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