Kompetenz der Medizinstudenten in Organfächern erhalten:

DDG sieht Verzicht auf fächerbezogene Medizinerausbildung kritisch

In den gerade ausgesprochenen Empfehlungen über die Zukunft der Medizinstudierenden in Deutschland, basierend auf einer Untersuchung von Modellstudiengängen, fordert der Wissenschaftsrat Reformen. Um den wachsenden Anforderungen des Arztberufes in einer ständig komplexer werdenden Versorgungssituation gerecht zu werden, setzt der Wissenschaftsrat in der Lehre auf themen- und organzentrierte Module anstelle der traditionellen Fächer.

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) sieht den Verzicht auf eine fächerbezogene Ausbildung im Medizinstudium dagegen kritisch. Prof. Roland Kaufmann, Präsident der DDG, hat dies im Vorfeld in einem Brief an den Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Herrn Prof. Manfred Prenzel, deutlich geäußert. Nach seiner Auffassung ignoriert der Wissenschaftsrat die medizinische Versorgungsrealität in Deutschland, die vom Facharztstandard und damit der Facharztverantwortung geprägt ist. Auf diese Realität der Fächer und der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Fächern in der Medizin müssten die Studierenden praxisorientiert vorbereitet werden.

Der Präsident der DDG weist auf den Widerspruch hin, dass der Wissenschaftsrat einerseits selbst feststelle, eine Wirksamkeit der Konzepte der Modellstudiengänge sei derzeit nicht nachprüfbar, aber gleichzeitig weitreichende Empfehlungen an die Bildungspolitik abgebe. Diese sind mit den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften nicht abgestimmt.

Die DDG bekräftigt gleichzeitig ihre Ablehnung des Bachelor/Master-Systems in der Medizin. Durch die vom Wissenschaftsrat geforderte Aufhebung der Fächergrenzen, die erste medizinische Prüfung (M1) nach 6 Semestern, die wissenschaftliche Arbeit nach dem M1 und das M2 nach dem 10. Semester dränge sich der Verdacht auf, dass der „Bologna-Prozess“ in der Medizin durch die Hintertür eingeführt werden solle.

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft vertritt als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft das Gebiet Dermatologie und Venerologie in Deutschland und fühlt sich in Lehre und Forschung künftigen Generationen verpflichtet.
Der Gesellschaft gehören derzeit fast 4000 Mitglieder an.
 
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Autor

Von: Prof. Peter Elsner, DDG-Öffentlichkeitsarbeit