Einladung zur Pressekonferenz am 30. April 2015 um 12 Uhr

Volkskrankheit Hautkrebs:

•    Dermatologische Versorgung in Deutschland und der EU
•    Weißer Hautkrebs als Berufserkrankung anerkannt
•    Beitrag der Teledermatologie in Diagnostik und Management
•    Euro-Melanoma 2015: Jeder kann selbst etwas tun!

Pressekonferenz anlässlich der 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft im CityCube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit knapp zwei Quadratmetern ist die Haut das größte menschliche Organ. Sie bietet Schutz vor Umwelteinflüssen und ist zugleich Angriffsfläche für zahlreiche Erkrankungen. Mehr als 80 Prozent der über 18-Jährigen in Deutschland suchen einmal im Jahr eine Hautarztpraxis zur Behandlung oder Hautkrebsprävention auf. Das Spektrum der dermatologischen Medizin gilt als eines der komplexesten. In etwa 2.700 Praxen und 130 Kliniken versorgen Dermatologen jährlich in Deutschland rund 19 Millionen Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis sowie Immunkrankheiten und Hautkrebs. In den nächsten Jahren werden Erkrankungen wie Allergien und Hautkrebs sowie berufs- und altersbedingte Hauterkrankungen deutlich zunehmen. Hautkrebs ist schon heute die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und zeigt zwischen 2003 und 2009 mit 20 Prozent beim Melanom und mit 70 Prozent beim hellen Hautkrebs den stärksten Inzidenzanstieg1. Nach den aktuellen Zahlen von Eurostat2 erkranken etwa 220 von 100.000 Einwohnern an Hautkrebs. Die Häufigkeit des Hautkrebses in Deutschland ist erheblich höher als bislang durch die Krebsregister erfasst und prognostiziert wurde. Seit der Adjustierung um die Melderate und Mehrfachtumoren gab es 2012 hierzulande nicht 234.000 neue Fälle von Hautkrebs, sondern 420.000.

Die Gesundheitspolitik räumt der Krebsbekämpfung seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Bereits im Jahr 2008 wurde vom Bundesgesundheitsministerium der Nationale Krebsplan verabschiedet, in dessen Fokus die Krebsfrüherkennung, der Ausbau onkologischer Versorgungsstrukturen sowie die Qualitätssicherung in Diagnostik und Therapie stehen. Die Dermatologen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) engagieren sich in ihrer täglichen Arbeit im niedergelassenen, klinischen oder wissenschaftlichen Bereich für die Umsetzung des Nationalen (Haut-)Krebsplanes. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Hautkrebsepidemie. Durch die Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH) wird die Versorgung des Hautkrebses seit 2015 auf Basis des Nationalen Krebsplans weiterentwickelt3. Die kompetente Diagnose des vielgestaltigen Hautkrebses mit seinen häufigen und sehr seltenen Formen ist entscheidend für die Wahl der Therapieintensität und den Erfolg der Behandlung. Je nach Hautkrebsart und Früherkennungsstatus kann die Erkrankung sehr gute Heilungschancen haben oder einen tödlichen Verlauf nehmen.

Aktuelle Zahlen der Versorgungsforschung belegen, dass im EU-Vergleich das deutsche Gesundheitssystem bei der Behandlung des Schwarzen Hautkrebses durch den guten Zugang zur Fachärzteversorgung und die Früherkennung deutlich bessere Ergebnisse erzielt, als beispielsweise das Hausarztsystem in den Niederlanden. Prof. Dr. med. Matthias Augustin und Dr. med. Michael Reusch stellen die Ergebnisse einer europaweiten Studie vor, die vom ‚Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie’ durchgeführt wurde. Die fachärztliche Versorgung wird in den kommenden Jahren zu einer großen Herausforderung im Gesundheitssektor. Zur Bewältigung dieser Aufgaben, bei zunehmendem Ärztemangel, werden zeitgemäße Strukturen benötigt, die auch die moderne Telekommunikation mit einbeziehen. Für das visuell geprägte Fachgebiet der Dermatologie wurden erste Konzepte für den Einsatz der Teledermatologie entwickelt und zur Marktreife gebracht. Die Teledermatologie könnte kurzfristige Diagnosen in hoher Qualität auch in unterversorgten Regionen ermöglichen und die Gesundheitskosten bei der Verlaufskontrolle, z.B. durch die Vermeidung von Krankentransportkosten, reduzieren.

Die Euromelanoma ist eine europaweite Initiative unter dem Dach der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV). Das Motto der diesjährigen Euromelanoma-Woche ab dem 4. Mai lautet: „Jeder kann selbst etwas tun!“ Besonders für die Behandlung des Malignen Melanoms (Schwarzer Hautkrebs) ist die Früherkennung für den Therapieerfolg von wesentlicher Bedeutung.

Die 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft findet vom 29. April bis zum 2. Mai 2015 im Berliner CityCube statt und ist die größte dermatologische Fachtagung in Deutschland. Es werden mehr als 3.000 Dermatologen aus dem In- und Ausland erwartet. Zum aktuellen Stand der dermatologischen Prävention und Versorgung laden wir im Rahmen der 48. Jahrestagung zu einer Pressekonferenz ein. Es diskutieren und informieren Experten der Dermatologie.

Ihre Gesprächspartner am 30. April 2015 im CityCube sind:

Prof. Dr. med. Roland Kaufmann
Universitäts-Hautklinik Frankfurt/Main
Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)
Tagungspräsident der 48. DDG-Tagung

Dr. med. Michael Reusch
Niedergelassener Dermatologe, Hamburg
Vorstandsmitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)
Präsidiumsmitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)

Prof. Dr. med. Matthias Augustin
CVderm - Competenzzentrum für Versorgungsforschung in der Dermatologie,
Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. med. Peter Elsner
Universitäts-Hautklinik Jena
Präsidiumsmitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)

Dr. med. Klaus Strömer
Niedergelassener Dermatologe, Mönchengladbach
Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD)

Dr. med. Ralph M. von Kiedrowski
Niedergelassener Dermatologe, Selters
Vorstandsmitglied/Pressereferent des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD)

Zur Pressekonferenz können Sie sich ganz einfach per E-Mail (mail@queisser-pr.de) oder per Fax (030-34 50 85 89) anmelden. Nutzen Sie gern das beigefügte Anmeldeformular. Sie sind dann automatisch für die gesamte 48. Jahrestagung der DDG akkreditiert. Weitere Presseakkreditierungen unter presseinfo@derma.de

Eine weitere Pressekonferenz findet zum Thema „Balance der Immuntherapien – der Einsatz von Antikörpern bei Autoimmunkrankheiten, Allergien und Tumoren“ am 1. Mai 2015 um 10 Uhr im CityCube Berlin statt.

Mit freundlichen Grüßen
DDG-Pressestelle

Pressekontakt
Jenny Kocerka, Geschäftsstelle der DDG e.V.
Telefon 030-24 62 53 38
Mail j.kocerka@derma.de
Web: www.derma.de

Eva Queißer-Drost, Queißer PR - Agentur für Gesundheitskommunikation
Telefon 030-34 50 85 88
Mail eva.queisser@queisser-pr.de
Web: www.queisser-pr.de


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1 Prävalenz des Hautkrebses in Deutschland. Aus: Gekid-Atlas 2013; www.gekid.de; zitiert nach: 2 Diepgen T.L, Drexler H, Schmitt J. Epidemiologie berufsbedingter UV-abhängiger Hauttumoren. Hautarzt 2012; 63: 769–777.
2 European Commission: Eurostat Statistical Year Book, Brussels 2012; ISSN 1681-4789
3 Schadendorf D, Reusch M, Breitbart E, Greiner R, Mohr P, Tilgen W, Weber C, Augustin M. Die Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs: Weiterentwicklung des Nationalen Krebsplanes zur Verbesserung der Versorgung von Hautkrebs in Deutschland. Verfahrensordnung, Hamburg/Berlin 2015


 

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Autor

Von: Eva Queißer-Drost