Berufskrankheiten der Haut nehmen zu - Demographischer Wandel als Herausforderung

Hautkrankheiten sind die häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland und werden weiterhin zunehmen, wenn die Prävention nicht verstärkt wird. Dies ist eine wesentliche Erkenntnis des Kongresses der Berufsdermatologen vom 17.-19.09.2015 in Erfurt.

© Universitäts-Hautklinik Jena

Von Berufskrankheiten der Haut sind besonders betroffen Personen, die berufsbedingt regelmäßig Tätigkeiten ausüben, bei denen die Haut stark beansprucht wird, z.B. durch Kontakt mit Wasser und Seife oder chemischen Reizstoffen, erläutert Prof. Peter Elsner von der Uni-Hautklinik in Jena, wissenschaftlicher Leiter der Erfurter Tagung. Durch gute Prävention am Arbeitsplatz und hautärztliche Behandlung kann die Berufsaufgabe vermieden werden. „Damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesen Berufen das später eintretende Rentenalter erreichen, sind besondere Präventionskonzepte erforderlich“, so Elsner. Gleiches gilt für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Asylbewerber müssen nicht nur beruflich weitergebildet werden, sondern auch optimiert in den besonderen Präventionsmöglichkeiten geschult werden, die in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich entwickelt wurden, „sonst droht uns eine Zunahme von Berufsekzemen“, erläutert der Experte. 

Ein weiteres Thema der Dermatologentagung ist der berufliche Hautkrebs durch Sonneneinwirkung bei Beschäftigten im Aussenbereich, der seit dem 1.1.2015 als Berufskrankheit anerkannt und entschädigt werden kann. Besonders betroffen sind Bauarbeiter, Landwirte und Gärtner. „Hier ist in den nächsten Jahren mit einer deutlichen Zunahme von Fällen zu rechnen“, berichtet Elsner: „An vielen Arbeitsplätzen im Aussenbereich fehlt es an Lichtschutz, und ein hautärztliches Präventionsverfahren für diese drohende Berufskrankheit ist überfällig.“ Viele Versicherte sind bereits im Rentenalter und wissen nicht, dass bei ihnen eine Berufskrankheit anerkannt werden kann. Alle Ärztinnen und Ärzte, nicht nur Dermatologen, sollten daher diese Fälle den Unfallversicherungsträgern melden.   

Die Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der DDG e.V. ist die für die Berufs- und Umweltkrankheiten der Haut zuständige wissenschaftliche Fachgesellschaft und vertritt mit über 800 Dermatologen und Arbeitsmedizinern die meisten Experten auf diesem Gebiet weltweit. Ihr besonderes Anliegen ist die qualitätsgesicherte Prävention, Diagnostik, Therapie und Begutachtung von Berufskrankheiten der Haut. 

Ansprechpartner:
Prof. Dr. P. Elsner
Schriftführer der ABD
Hautklinik des Universitätsklinikums Jena
07743 Jena
Erfurter Str.. 35
Tel.:  03641-937350
Fax:  03641-937418
e-mail: elsner@derma-jena.de


 

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Von: Prof. Dr. P. Elsner