Prof. Cord Sunderkötter neuer Professor für Dermatologie an der halleschen Universitätsmedizin

Prof. Cord Sunderkötter ist neuer Professor für Dermatologie an der halleschen Universitätsmedizin. Er trat seinen Dienst als Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie an. Zuvor arbeitete er in Münster.

Eines der größten und vielseitigsten Organe des Menschen ist sein Fachgebiet: Prof. Dr. Cord Sunderkötter ist neuer Professor für Dermatologie an der halleschen Universitätsmedizin. Die Dermatologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen der Haut. Der Hautarzt leitet seit dem 1. Februar 2017 die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie. Zuvor war er Leiter der Abteilung für translationale Dermatologie am Universitätsklinikum Münster. Die hallesche Universitätsmedizin erwartet mit dem Dienstantritt von Prof. Sunderkötter eine Schärfung des Profils der Hautklinik im Bereich Krankenversorgung sowie Forschung, wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, und der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale), PD Dr. Thomas Klöss, betonen. „Prof. Sunderkötter wird mit seinen Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Tumorbiologie unseren Forschungsschwerpunkt „Molekulare Medizin der Signaltransduktion“ stärken“, erklärt der Dekan. Dabei geht es in der Hautklinik beispielsweise darum, die Therapiemöglichkeiten des Melanoms zu verbessern.

Die Haut sei ein besonderes Organ, zum einen dient sie dem Körper als Schutz – etwa vor Kälte, Wärme und Krankheitserregern, zum anderen ermöglicht sie Sinneswahrnehmungen und übernimmt zudem wichtige Funktionen im Bereich des Stoffwechsels und vor allem der Immunabwehr. Dabei ist die Haut unterschiedlichsten Umwelteinflüssen ausgesetzt. „Die Erkrankungen der Haut können daher die verschiedensten Ursachen haben“, sagt der Professor für Hauterkrankungen. Er nennt als Beispiele Hautkrebs, aufgrund von Erbkrankheiten oder zu viel Sonnenstrahlung, die vielfachen Infektionen vom häufigen Fußpilz über infizierte Wunden bis zu HIV, Allergien auf alle möglichen Substanzen, die teilweise ererbte und teilweise durch Umweltreize ausgelöste Neurodermitis oder Autoimmundefekte. Prof. Sunderkötter: „In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Behandlung bei all diesen unterschiedlichen Erkrankungen atemberaubende Fortschritte gemacht, etwa durch die Neutralisierung krankmachender Botenstoffe bei der Schuppenflechte und jetzt auch bei der Neurodermitis, durch Hyposensibilisierungen gegen Allergene, durch Gentherapien von Erbkrankheiten sowie in der Melanom-Therapie durch gezielte Unterdrückung von mutierten Eiweißen und, ganz anders, durch besondere Anregung des Immunsystems.“

Ein zusätzlicher Reiz seines Fachgebietes sei es, dass es sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten gibt. Inzwischen ein so großes Arsenal an Therapien zu haben, sei großartig für sein Fach, da die Ärzte oftmals auf einen hohen Leidensdruck bei den Patientinnen und Patienten träfen: „Hauterkrankungen sind schnell und leicht sichtbar, egal ob gefährlich oder eher harmlos, so dass die Patienten zeitnah der Behandlung bedürfen.“

Er übernehme eine Klinik, die dank des Vorgängers, Prof. Wolfgang Marsch, und des kommissarischen Leiters, Prof. Johannes Wohlrab, gut organisiert sei und über exzellente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfüge und daher das Potential habe, die Versorgungsangebote für die hiesige Bevölkerung auszubauen und dazu mehr überregionale Strahlkraft zu entwickeln. Der 58-Jährige denkt dabei unter anderem an die Erfolge der modernen und interdisziplinären Herangehensweisen unter anderem bei seinen Spezialgebieten Tumorimmunologie, Infektionen und Gefäßerkrankungen. „Dabei wollen wir vor allem für Patienten mit schweren und komplexen Hauterkrankungen ein Ansprechpartner und kompetentes Behandlungsteam sein.“ Prof. Sunderkötter, der Vater zweier Kinder ist und dessen Frau als Neurologin am halleschen Universitätsklinikum arbeitet, sieht dabei auch viele Aspekte der Zusammenarbeit mit den anderen Fachgebieten der halleschen Universitätsmedizin.

Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät spiegeln sich auch in den wissenschaftlichen Interessen des neuen Hautprofessors wieder: „Wir werden Grundlagenforschung bei onkologischen Hauterkrankungen betreiben und passen damit sehr gut in die Forschungslandschaft der Universitätsmedizin.“ In der Molekularen Medizin sollen die Signalübertragungen von Zelle zu Zelle untersucht werden, um die Entstehung von Krebserkrankungen zu untersuchen.

Neben der Krankenversorgung und Forschung sieht Professor Sunderkötter eine besondere Verantwortung für die Ausbildung der Studierenden. „Ich möchte das hohe Niveau der Klinik im Bereich der Lehre und Weiterbildung fortsetzen, und Studierende und junge Ärzte für das Fach begeistern“, erklärt der Hautarzt, der sich in seiner Freizeit unter anderem für römische und preußische Geschichte sowie Barockmusik – insbesondere des Händel-Freunds Georg Philipp Telemann – interessiert. 

Daten zur Vita:
1980-1987 Medizinstudium in Münster
1987-1988 Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Anatomie und Histologie, Universität Münster
1988 Promotion
1988-1990 Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität Münster
1990-1998 Assistenzarzt, Klinik für Hauterkrankungen, Universitätsklinikum Münster
1998-2003 Oberarzt an dieser Klinik
2003-2006 Professur und Leitender Oberarzt, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Ulm
2006-2014 Professor für Dermatologie und Dermatoonkologie, Leiter Hauttumorzentrum, leitender Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster
2014-2016 Direktor der Abteilung für translationale Dermatoinfektiologie Universität Münster


 

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Autor

Von: Jens Müller M.A. Medizinische Fakultät / UKH