Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) honoriert Forschungsengagement mit dem Deutschen Psoriasis Preis

Übergabe Psorias-Preis durch Frau Prof. Leena Bruckner-Tuderman an Herrn Prof. Kilian Eyerich, Dr. Peter Wimmer (v.l.n.r.)
  • Anlässlich der DDG kompakt & praxisnah 2018 zeichnete der Deutsche Psoriasis Preis wegweisende Forschungsideen zur Immunologie der Plaque-Psoriasis aus.
  • In diesem Jahr geht das Forschungsstipendium an Prof. Dr. med. Kilian Eyerich, Technische Universität München.
  • Die Novartis Pharma GmbH unterstützt den Deutschen Psoriasis Preis, der mit 30.000 Euro dotiert ist.

Der auf dem Gebiet der Immunologie entzündlicher Hauterkrankungen forschende Wissenschaftler und Dermatologe Prof. Dr. med. Kilian Eyerich, München, ist der Preisträger des Deutschen Psoriasis Preis 2018. Der Forschungspreis, der von einer unabhängigen Jury der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) im Rahmen der diesjährigen DDG kompakt & praxisnah-Tagung zum dritten Mal verliehen wurde, honoriert innovative Forschungsideen in der Indikation Psoriasis. Der Preis wird von der Novartis Pharma GmbH unterstützt und ist mit 30.000 Euro dotiert.

Die Forschungsunterstützung erhält Prof. Eyerich für seine Forschung zur klinischen, histologischen und immunologischen Reaktion in der humanen Haut auf einen topischen Stimulus durch die Applikation des Immunmodulators Imiquimod (Aldara). Hintergrund des Projektes war die Fragestellung, wie eine T-Zell-vermittelte Immunantwort in den Hautveränderungen der Psoriasis-Patienten ausgelöst wird.

In der Forschungsarbeit* untersuchte das Team um Prof. Eyerich die klinische, histologische und immunologische Reaktion in der humanen Haut auf einen topischen Stimulus – Imiquimod (Aldara). Im Maussystem ging Imiquimod bisher als gängiger, Psoriasis-ähnliche Entzündungen auslösender Reiz hervor. Anders als im Mausmodell ergaben die Untersuchungen an der humanen Haut (n=18) jedoch, dass die wiederholte Applikation von Imiquimod eine auch nach langfristiger Anwendung selbstlimitierende Immunreaktion auslöste. Diese ähnelte jedoch eher einer Kontaktdermatitis mit pseudolymphomartigem Aspekt als einer Plaque-Psoriasis. Dennoch zeigten die Ergebnisse, dass sich das Transkriptom der Reaktion von einer klassischen allergischen Kontaktdermatitis im Hinblick auf die Aktivierung der Interleukin (IL)-23/T-Helferzellen (TH)17 Achse unterschied. Die Mechanismen dieser Reaktion konnten zudem auf die unterschiedlichen primär ansprechenden dendritischen Zellen zurückverfolgt werden: In der klassischen Kontaktdermatitis waren es dermale myeloide dendritische Zellen, in der Imiquimod-Reaktion jedoch Interferon-alpha produzierende plasmazytoide dendritische Zellen. „Es zeigte sich also, dass die Anwendung von Imiquimod eine Psoriasis-ähnliche molekulare Signatur auslösen kann“, sagte Prof. Eyerich zusammenfassend. „Diese Erkenntnisse helfen uns, die Genese der Psoriasis besser zu verstehen“, so der Forscher weiter.

Das Preisgeld der DDG-Auszeichnung möchte Prof. Eyerich in die weitere Erforschung der eigens aufgestellten Hypothese rund um die Psoriasis-Genese investieren. „Der Deutsche Psoriasis Preis ermöglicht uns eine wichtige finanzielle Unterstützung für unser Forschungsvorhaben“, freute sich Prof. Eyerich. Die Präsidentin der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Prof. Dr. Dr. Leena Bruckner-Tuderman, Freiburg, lobte Prof. Eyerichs Forschungsarbeit: „Die Erkenntnisse zeigen uns, dass die Entstehung der Psoriasis immer greifbarer wird. Sie beleuchten neue, wichtige und vor allem wegweisende Betrachtungswinkel zu dieser vielschichtigen Systemerkrankung. Mit Spannung werde ich die Fortführung des Forschungsprojektes weiterverfolgen.“

Mit dem Deutschen Psoriasis Preis der DDG werden wegweisende Forschungsideen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Psoriasis und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet. Entscheidungskriterien der aus renommierten Experten zusammengesetzten Jury für die Auswahl der Preisträger sind die wissenschaftliche Originalität, die medizinisch-therapeutische Relevanz, die Qualität und Exzellenz, die Kosteneffizienz sowie die Erfolgswahrscheinlichkeit der Forschungsleistung. Der Deutsche Psoriasis Preis wurde erstmalig in 2014 verliehen. Der Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und dem Gewinner exklusiv im Rahmen der DDG kompakt & praxisnah-Tagung überreicht.

*Gazorz-Stark N, Lauffer F, Krause L, et al. Toll-like receptor 7/8 agonists stimulate plasmacytoid dendritic cells to initiate TH17-deviated acute contact dermatitis in human subjects. J Allergo and Clin Immuno 2017. doi: https://doi.org/10.1016/j.jaci.2017.07.045 [in press]

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft deutschsprachiger Dermatologen und Dermatologinnen. Die DDG hat heute ihren Sitz in der Mitte Berlins im Gebäude der Kaiserin-Friedrich-Stiftung, dem ältesten Ärztehaus Deutschlands. Die Ziele der DDG sind die Förderung der wissenschaftlichen und praktischen Dermatologie, Venerologie und Allergologie und ihrer Spezialgebiete wie Andrologie, Phlebologie und Lymphologie, Proktologie, Dermato-Onkologie, dermatologischen Strahlentherapie, dermatologischen Mikrobiologie, Berufs- und Umweltdermatologie, Dermatohistologie sowie Prävention und Rehabilitation. Die Dermatologie ist ein organbezogenes, konservatives und operatives Fach, das mit hoher interdisziplinärer, wissenschaftlicher und praktischer Ausrichtung Patienten von der Geburt bis ins hohe Alter versorgt. Die DDG arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene eng mit Patientenvereinigungen und Selbsthilfegruppen zusammen, die z. B. Patienten mit Psoriasis oder Neurodermitis vertreten. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft fühlt sich die DDG in Lehre und Forschung künftigen Generationen verpflichtet. Bei der Vermittlung von Wissen und dem Vorantreiben von Forschungsprojekten stehen der Patient und dessen Wohl im Mittelpunkt des Interesses.

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Novartis bietet innovative medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse von Patienten und Gesellschaften einzugehen. Novartis, mit Hauptsitz in Basel (Schweiz), verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen: mit innovativen Arzneimitteln, kostengünstigen generischen Medikamenten sowie Biopharmazeutika und Produkten für die Augenheilkunde. Novartis hat weltweit führende Positionen in diesen Bereichen inne. Im Jahr 2017 erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von USD 49,1 Milliarden und wies Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von rund USD 9,0 Milliarden aus. Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 122 000 Mitarbeitende (Vollzeitstellenäquivalente). Die Produkte von Novartis werden in rund 155 Ländern weltweit verkauft. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.novartis.com.

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Von: Diana Drescher