Spitzensport mit Schuppenflechte - Nationalspielerin Ariane Hingst macht Mut

Die deutsche Fußballerin Ariane Hingst gehört zur Frauenfußball-Nationalmannschaft und spielt um die Weltmeisterschaft der Frauen - trotz Schuppenflechte – mit. Ariane Hingst hat die Schuppenflechte (Psoriasis) von ihrer Mutter geerbt. Dies belaste sie allerdings nicht. Sie will den Erkrankten, die sich eher verstecken und ausgegrenzt fühlen, Mut machen: „Ich habe Psoriasis und ich möchte dazu beitragen, über Psoriasis aufzuklären“.

Vielen Menschen mit Schuppenflechte gelingt dieser offene Umgang mit den durch Schuppenflechte verursachten Hautstellen nicht. Sie fühlen sich stigmatisiert, unwohl und leiden. Anders ist dies bei Ariane Hingst. „Das Gefühl, mich wegen der Psoriasis zu schämen, kenne ich nicht“, bekennt die selbstbewusste Fußballerin mit der Nummer 17 in der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft.

Die deutsche Fußballerin Ariane Hingst ist das Gesicht der Initiative „gut leben mit Psoriasis“*. Als Auftakt der Aktion gab es einen Austausch von Erfahrungen, an dem neben Ärzten und Journalisten auch der DPB-Vorsitzende Horst von Zitzewitz teilnahm. Ariane Hingst ist das prominente Gesicht der Aktion, das zeigen soll, wie man mit Schuppenflechte gut leben und sogar erfolgreich im Spitzensport sein kann.

Zurzeit spielt die Fußballerin mit der Deutschen Nationalmannschaft um die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Das geht trotz Psoriasis.

Ariane Hingst hat seit ihrem dritten Lebensjahr Psoriasis, die sie von ihrer Mutter geerbt hat: „Ich habe Psoriasis und ich möchte dazu beitragen, über Psoriasis aufzuklären.“ Die selbstbewusste Abwehrspielerin berichtet, sie habe schon alle möglichen Therapien ausprobiert, ohne größeren Erfolg. Irgendwann habe sie aufgegeben, sich mit ihrer Haut zu beschäftigen. Erst jetzt durch die Aktion habe sie wieder angefangen, sich zu behandeln: „Der Aufwand mit dem häufigen Eincremen war mir zu groß, auch die Wartezeit, bis die Creme eingezogen war.“ Die heutigen Präparate seien da wesentlich angenehmer, würden schneller einziehen und nicht so unangenehm riechen.

Ariane Hingst geht mit ihrer Schuppenflechte offen um, Hautstellen etwa an ihren Armen versteckt sie gar nicht erst. Und so sind die roten Stellen an ihren Unterarmen deutlich zu sehen, wenn sie Siegerpokale in die Höhe stemmt. Das ist für die 31-jährige Fußballspielerin kein Problem: „Das Gefühl mich wegen der Psoriasis zu schämen, kenne ich nicht. Meine Eltern haben mich sehr unterstützt, offen damit umzugehen. Ich bin geschockt, wie andere Menschen sich deswegen verstecken.“ Für Ariane Hingst ist ihre Psoriasis kein Grund, sich zurückzuziehen. Sie wundert sich, was daran so schlimm sein soll. Wenn sie jemand wegen ihrer Haut „anquatscht“, sagt sie: „Ich habe Schuppenflechte. Haben Sie damit ein Problem? Das ist nichts Schlimmes.“ Dann ist es auch für den anderen o.k.

Psychologin Eva Wloradrek bestätigt sie darin: „Sie machen alles richtig. Wer selbstverständlich damit umgeht, der wird das auch von seinem Gegenüber erfahren.“ Wichtig sei, sich nicht von der Psoriasis terrorisieren zu lassen und wie die Schlange auf die Schuppenfl echte zu starren. Stattdessen sollte man sich lieber darauf konzentrieren, „was an einem schön ist“, rät die Psychologin.

Ariane Hingst will anderen mit Schuppenflechte Mut machen, sich nicht zu verstecken. Sie sagte demonstrativ: Schaut her, ich habe Psoriasis, aber das macht mir nichts. Sie habe festgestellt, dass sie

auch von ihrer Umwelt akzeptiert wird wie sie ist, weil sie sich selbst akzeptiert. Natürlich spielt auch der Erfolg im Sport eine große Rolle. Dort holt sich die junge, fröhliche Frau ihr Selbstvertrauen. Einmal hatte sie eine Entzündung im Knie, wegen der Psoriasis, die sie aber mit herkömmlichen entzündungshemmenden Mitteln wieder in den Griff bekommen hat. Die Nationalspielerin freut sich, um

die Frauenfußballweltmeisterschaft in Deutschland mitzuspielen. Die deutsche Mannschaft ist Favorit. Es wäre nicht das erste Mal, dass Ariane Hingst entscheidend zum Erfolg beiträgt, mit ihrer Schuppenfl

echte.

Herausgeber:

Deutscher Psoriasis Bund e.V.

Selbsthilfe bei Schuppenflechte

Seewartenstr. 10

20459 Hamburg

Tel: 040-223399-0

Email: info@psoriasis-bund.de

Zum Download:

Vorabdruck aus dem PSO Magazin 3/11 vom Deutschen Psoriasis Bund e. V.

Dateien zum Download

psom 311(475 kB)

 

Artikelinfo


Autor

Jenny Kocerka