HIV-Selbsttests - BMG und PEI starten neues Informationsangebot im Internet

Mit einem gemeinschaftlich entwickelten Informationsangebot unterstützen das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel die freiwillige Selbsttestung auf HIV. Unter www.pei.de/hiv-selbsttests finden Bürgerinnen und Bürger ab morgen (29.09.) Hilfestellung bei der Produktauswahl, aber auch Antworten auf wichtige Fragen, etwa wie es nach einem positiven Ergebnis weitergeht, sowie Hinweise zu Beratungsmöglichkeiten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Die fachlichen Informationen auf der neuen Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts geben HIV-Selbsttestern wichtige Orientierung. Und sie helfen, Vorbehalte gegen die Tests abzubauen. Das ist wichtig. Denn je früher Betroffene von einer HIV-Infektion wissen, desto früher kann ihre Behandlung beginnen. Und wer unsicher ist, ob eine Infektion vorliegt, will schnell Gewissheit. Wir wollen Menschen unterstützen, die sich freiwillig auf HIV testen wollen. Die Verkaufsfreigabe von HIV-Selbsttests ist damit ein weiterer Baustein im Kampf gegen HIV und AIDS."

Professor Klaus Cichutek, Präsident des PEI: "Das Paul-Ehrlich-Institut verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen in der Bewertung von Tests zum Nachweis von Krankheitserregern wie HIV, insbesondere was die Empfindlichkeit, aber auch die Spezifität angeht, also die Sicherheit, keine falsch positiven Ergebnisse zu bekommen. Es ist uns daher ein besonderes Anliegen, unsere Expertise nun auch einzubringen, wenn Menschen die Möglichkeit bekommen, sich selbst zu testen."

Hintergrund

Am 21. September 2018 hat der Deutsche Bundesrat den freien Verkauf von HIV-Selbsttests beschlossen. Damit sinkt die Schwelle, sich auf HIV testen zu lassen. Auch Menschen, die bislang vor einem Test beim Arzt zurückschreckten und sich gar nicht oder nur unregelmäßig haben testen lassen, können nun erreicht werden. HIV-Selbsttests bieten die Chance, eine Infektion mit HIV zu erkennen, sich behandeln zu lassen und damit die Weitergabe der Infektion zu verhindern.

HIV-Infektionen bleiben durch die lange Symptomlosigkeit häufig über viele Jahre unerkannt. Scham oder Angst vor einer positiven Diagnose sollten aber keinen Menschen daran hindern, sich durch einen Test Gewissheit zu verschaffen. Denn dank der inzwischen verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten wird das Virus im Körper so stark zurückgedrängt, dass betroffene Menschen in Deutschland eine ähnlich hohe Lebenserwartung haben wie gesunde Menschen.

Dank der erfolgreichen Präventionsarbeit und einem enormen Fortschritt und Ausbau der medizinischen Versorgung in den letzten 30 Jahren gehört Deutschland schon heute zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Aber auch wenn die Krankheit in der Öffentlichkeit weniger sichtbar ist, dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen. Dafür bedarf es vieler Maßnahmen, vor allem Aufklärung und Information. Die Möglichkeit, zunächst selbst einen Test zu machen, kann dazu wesentlich beitragen.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.bundesgesundheitsministerium.de
www.pei.de/hiv-selbsttests

Kontakt:
Paul-Ehrlich-Institut
Pressestelle
Telefon: +49 6103 77 1030
E-Mail: presse@pei.de

Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt am Main ist als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel eine Bundesoberbehörde im Geschäfts­bereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Es erforscht, bewertet und lässt bio­medizinische Human-Arzneimittel und immunologische Tierarzneimittel zu und ist für die Genehmigung klinischer Prüfungen sowie die Pharmakovigilanz – Erfassung und Bewertung möglicher Nebenwirkungen – zuständig.

Die staatliche Chargenprüfung, wissenschaftliche Beratung/Scientific Advice und Inspektionen gehören zu den weiteren Aufgaben des Instituts. Unverzichtbare Basis für die vielseitigen Aufgaben ist die eigene experimentelle Forschung auf dem Gebiet der Biomedizin und der Lebenswissenschaften.

Das Paul-Ehrlich-Institut mit seinen rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nimmt zudem Beratungsfunktionen im nationalen (Bundesregierung, Länder) und inter­nationalen Umfeld (Weltgesundheitsorganisation, Europäische Arzneimittel­behörde, Europäische Kommission, Europarat und andere) wahr.


 

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Von: Pressestelle PEI